Liebe Nirbeethi,Nirbheeti hat geschrieben: 17. Juli 2019, 13:13
Lieber Meinrad,
wo bleibt dein Beitrag? Was hat dich veranlasst, diese Diskussion anzustoßen?
Lieben Gruß!
Nirbheeti
tut mir leid, dass ich mich noch nicht gemeldet habe. Das hatte zum einen zeitliche Gründe, vor allem aber habe ich hier im Forum auf Informationen gehofft, was da eigentlich vor sich geht und wollte mich mit eigenen Aussagen daher vorerst zurückhalten.
Der Hintergrund ist, wie gesagt der, dass ich die oben eingestellte eMail mit dem Absender des Raphael-Verlages bekommen habe. Deren Inhalt könnte man, nach meinen Erfahrungen mit Organisationsentwicklungsprozessen, einerseits als Bausteine für eine wunderbare Zukunft verstehen, oder aber aus euphemistisch toll verpacktem Sprengstoff.
Aus diesen Gründen sehe ich durchaus die Möglichkeit, dass wir uns Sorgen machen sollten um die Zukunft des Jin Shin Jyutsu. Ich hab mich daher gleich bei der Gruppe Neun gemeldet um in deren Mailverteiler aufgenommen zu werden. Diese Gruppe Neun besteht nach den Angaben in der Mail wohl aus acht Leuten und hat die Steuerungsfunktion für den aus Gründen, die ich nicht kenne, anscheinend erforderlichen Entwicklungsprozess im deutschsprachigen Raum.
Gleichzeitig habe ich bei er Gruppe Neun nachgefragt:
„ich schieb gleich mal die Frage hinterher, ob es neben der knappen Darstellung in der Mail zu diesen Überlegungen und Vorgängen weiteres öffentlich zugängliches Material gibt. Mir scheint in der Diskussion und den Moderationsergebnissen eine ganze Menge Zündstoff und eine eminent politische Bedeutung für die Zukunft des JSJ zu liegen. Mich würden die Positionen und “Richtungswünsche” der erkennbaren Gruppierungen interessieren.“
Als Antwort habe ich bekommen, dass es derzeit leider noch keine weiteren Informationen gebe, da man sich ja noch ganz am Anfang des Prozesses befinde, dass über alle Gruppierungen hinweg große Meinungsvielfalt herrsche und es entsprechend viele Richtungswünsche gäbe. Dass man mit allen vorhandenen Gruppierungen im Austausch sei und versuche, in den nächsten Jahren zukunftsfähige Strukturen aufzubauen.
Diese Antwort hat mich eher weiter beunruhigt, da wir, wenn man sich das Ergebnis des Tempelhof-Workshops anschaut natürlich keineswegs am Anfang eines Prozesse sind, sondern schon eine reichlich plakative Roadmap vorliegen haben. Außerdem hat sich ein Verband gegründet, der die Interessen der gewerblichen Anwender des JSJ vertritt und dessen pure Existenz schon deutlich macht, dass er andere Interessen verfolgt, als dies in den bisherigen Konstellationen des JSJ möglich war.
An dem Punkt habe ich dann überlegt, ob es im Strömforum noch Überlebende gibt, die mir vielleicht Einsichten verschaffen könnten:
* Was gibt es für Gruppierungen ?
* Welche Absichten haben sie und welche Ziele verfolgen sie ?
* Wie begründen sie das ?
* Warum sind unsere Strukturen nicht zukunftsfähig, warum also brauchen wir neue Strukturen ?
Darum habe ich dieses Thema hier aufgemacht. Ich danke für die bisherigen Beiträge und würde mich sehr freuen, weitere Hinweise zu Akteuren, Veröffentlichungen, Institutionen zu bekommen, um zu verstehen, was da eigentlich vor sich geht. Nirbeethi hat ja von einem Rundbrief gesprochen, Annsophie war bei dem Treffen anwesend, Mona sprach von vielen verschiedene Meinungen darüber, wer was darf und kann, inklusive diverse emotionale Entgleisungen und Bewertungen …
Das heißt, es gibt natürlich sehr viele Informationen und Zielrichtungen. Und das eben würde mich interessieren.
Meine Position im Moment ist unverändert zu meiner damaligen Aussage, zu der Varina meinte, ich hätte sie deswegen ausgelacht. Ich hab sie nicht ausgelacht. Mir ist dabei nicht zum Lachen. Es betrifft für mich das, was ich für den Kern des Jin Shin Jyutsu halte.
http://stroem-forum.de/viewtopic.php?f= ... =15#p48788
Ich hab damals auf Varinas Aussage zur Notwendigkeit der Professionalisierung der JSJ-Praktiker und Abgrenzung gegenüber präpotenten Anfängern geantwortet, dass ich ein völlig anderes Bild von Jin Shin Jyutsu habe.
Ich hab gesagt:
„Sie (Varina) meint, dass man Jin Shin nur einer besonderen Gruppe überlassen sollte, die das dann ganz ernsthaft, also, was sie halt so für ernsthaft halten, betreiben. Das kann man ja so sehen. Es gibt viele elitäre Zirkel auf der Welt. Ich sehs völlig anders. Für mich ist Jin Shin das glatte Gegenkonzept zu dem was Varina mit anerkanntem Beruf und Wirtschaftskammer und der gleichen will. Jin Shin gehört uns allen. Und ich bin beglückt darüber, wenn sich ein halbes Altersheim die 3er oder die 15er hält, auch wenn sie keine Staatsprüfung abgelegt haben, dass sie das tun dürfen.“
Und ich sehe (außerhalb der Interessen der gewerblichen Anwender des Jin Shin Jyutsu) überhaupt keinen Grund, wozu irgendjemand ein Berufsbild des JSJ-Praktikers benötigen würde, oder eine Professionalisierung und Qualitätssicherung – über das hinaus was Mary uns ans Herz gelegt hat. Zumindest finde ich in meinen Unterlagen nichts, dass Mary in diese Richtung gedacht hätte.
Da Varina eine Vision für das Jin Shin Jyutzsu in der Form ausgebreitet hat, in der in den Krankenhäusern JSJ-Praktiker tätig sein sollen, die von der Kasse bezahlt werden, möchte ich auch nicht mit Visionärem geizen.
Ja ich wünsch mir, dass auf möglichst vielen Spielplätzen Leute sitzen, die einen Kind das von einer Wespe gestochen wird die Hände auflegen können und sich getrauen das zu machen, und dass in möglichst vielen Krankenzimmern Leute sind, die den Kranken mit Jin Shin Jyutsu helfen können und sich getrauen das zu machen und dann noch, dass das Jin Shin Jyutsu als Abendbeschäftigung den Tatort verdrängt.
Aber dazu brauchen wir kein neues Berufsbild und keine Honorierung durch die Krankenkasse. Wir brauchen möglichst viele Leute mit denen wir unsere Kunst teilen können und die Bedeutsamkeit der Selbsthilfe für Gesundheit und Wohlergehen in den Köpfen verankern können. Mir scheinen darum 100.000 Leute, die, von mir aus in präpotenter Weise ihren Mitmenschen helfen können, wichtiger als 500 berufsbildkonforme und qualititätsgesicherte Fachleute. Und solange bis mich jemand vom Gegenteil überzeugt indem er mir zeigen kann, dass es in dem unglaublichen Geschenk, das Jiro Murai und Mary Burmester uns gemacht haben Hinweise gibt, dass wir mit der Monopolisierung des Jin Shin Jyutzu für eine exklusive Handvoll „Fachleute“ bessere Ergebnisse erzielen könnten als mit der atemberaubenden viralen Explosion, die uns Mary beschert hat – solange werde ich das wohl auch weiter so sehen.




und einem wohlwollenden Blick auf die Beiträge des anderen
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