Seit einigen Wochen holt mich ein Teil meiner Vergangenheit ein, den ich weitgehend verabschiedet hatte. Das bezieht sich auf meine Eltern, zu denen ich vor einigen Jahren den Kontakt abgebrochen hatte.
Gründe dafür waren, dass sie mir die gesamte Verantwortung an der Eltern-Kind-Beziehung aufgeladen haben (ich merke gerade beim Schreiben, wie sich Nacken- und Schultermuskeln zusammenziehen), während sie gleichzeitig kein gutes Haar an mir gelassen haben. Jedes Treffen, jedes Telefonat wurde von einem Prozess bestimmt, an dessen Ende wieder und wieder und wieder die "Erkenntnis" stand, dass ich, soviel Mühe ich mir auch gegeben hatte, die Kommunikation harmonisch zu gestalten, einfach nicht ok war. Ich habe alles mir möglich versucht, um ihnen verständlich zu machen, dass ich durchaus Seiten habe, die völlig ok sind, no chance.
Da ich vor ein paar Jahren dann mit meinem Latein komplett zu Ende war, und mir diese Situation auch schon zu viel geschadet hatte, bin ich aus dem Konflikt herausgegangen.
Ich habe für mich weitgehend Frieden mit meiner "Erziehung" geschlossen, aber ich kann den Kontakt zu meinen Eltern nicht mehr ertragen.
Im Sommer hatte ich ein Gespräch mit meinem Vater, auf seinen Wunsch hin, das von einer Moderatorin/Mediatorin begleitet wurde (damit jeder zu Wort kommt und das Gespräch in zivilisierten Bahnen verläuft, auf meinen Wunsch hin) in dessen Verlauf ich ihm die Vorkommnisse nochmals geschildert habe, die zum Abbruch des Kontakts geführt haben (Lieblosigkeit, Lügen, Manipulationen, Willkür, fehlende Unterstützung, Aggression bis zu Gewaltausbrüchen usw.)
Meiner Einschätzung nach leidet meine Mutter an Borderline, aber weder sie noch mein Vater haben je ernsthafte Anstrengungen unternommen, sich mit den diversen psychischen Ungleichgewichten auseinanderzusetzen, die von einer Krise und einem Drama in die/das nächste führten. Es war immer einfacher, die allgemeine Unzufriedenheit an mir auszulassen.
Dass ich das nicht mehr will und nicht mehr zulasse, sehen sie nun als meine/n Fehler/Schwäche.
Wenn ich sie mit ihrem Verhalten konfrontiere (es fällt mir eine andere Form schwer, weil mich das emotional dann doch noch zu sehr brodelt), bin ich der "vergangenheitsorientierte Trauerkloß" für den sie sich ein besseres Leben vorgestellt hätten, und ich soll doch nicht in dem "alten Schlamm" rumwühlen und lieber vorwärtsgehen etc. während sie gleichzeitig an ihren alten Verhaltensmustern festhalten und den alten Status Quo wieder herstellen möchten. Ich denke, dass auf diese Weise eine "Versöhnung" nicht zustande kommen kann.
Die Zwickmühle in der ich gerade stecke ist, dass ich einerseits einfach meine Ruhe vor ihnen haben möchte und andererseits denke ich, dass ev. der Zeitpunkt nahen könnte, an dem sie für eine Unterstützung durch Dritte (vorsichtig formuliert) zugänglicher werden könnten. Falls eine "Krankheit" (ich mag das Wort im psychischen Zusammenhang eigentlich nicht) das Verhalten meiner Mutter bestimmt und sie nicht einfach nur einen schwachen Charakter hat, dem sie nie Grenzen gesetzt hat, würde ich ihnen irgendwie gerne helfen, zu einem friedlicheren Innenleben zu finden.
Aber ich merke, wie sehr mir diese Situation Kraft und Konzentration zieht, mein Verstand weiß, dass meine Bemühungen sehr wenig bringen werden und es auch wichtigere Aufgaben gibt, aber das innere Kind will unbedingt etwas Gutes tun ... kann es aber nicht, weil von den Eltern nichts angenommmen wird.
Die Mediatorin möchte den "Versöhnungsprozess" sehr engagiert voranbringen, hat aber schon in den Vorgesprächen die Neutralität verloren. Sie fühlt sich zu den "starken" Eltern eher hingezogen als zu dem verzweifelten "Trauerkloß".
Patt. Stagnation. Frust. Aufkeimende Verzweiflung. Alte Ängste brechen wieder auf. Ich werde nicht wahrgenommen. Was mir wichtig ist wird ignoriert, was anderen wichtig ist, mir aber schadet, soll ich kritiklos als Gegeben hinnehmen und mich unterordnen ... alles kommt wieder hoch.
Und da sitz' ich nun und suche nach einem Befreiungsstrom!
Meine Ideen:
Zentralstrom (mache ich immer morgens)
Die Punkte 1 -7?
19 für mehr eigene Autorität?
Lunge/Dickdarm - "muss" man immer alle Griffe strömen oder hilft auch der erste Griff?
Was meint ihr?
Und vielen Dank für eure Geduld, diesen langen Auskotztext bis hierher zu lesen!
P.S. Hat jemend Erfahrung mit Borderline? Oder kennt Therapeuten im Raum München?




