Verstrickungen mit Eltern lösen

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AnnSophie
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Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von AnnSophie »

Hallo,
hab in letzter Zeit manches gehört und gelesen zum Thema Verstrickungen, mit den Eltern (Vater und Mutter der Kindheit). Und dass eine geklärte Beziehung zu den Eltern ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Freiheit ist.

Stark verkürzt unter dem Mottio, das Kind tut alles, um seine Eltern, v.a. den schwächeren Teil zu stützen/schonen. U.a. da es glaubt, dass es ohne das entsprechende Elternteil nicht überleben könnte. Ja und in unseren Partnerschaften, Beruf und Alltag sind wir dann fleißig bemüht das ganze entsprechend zu reinzensieren, ...

Was würde Euch da generell (z.B. wie merkt man, was man/frau da wirklich denkt) und speziell JSJ-mäßig einfallen? Nabelstrom (so von wegen andocken an den Kosmos)?

Freu mich auf Eure Ideen und Anregungen. Vielleicht auch, wo und wie Ihr es geschafft habt, Euch da ein Stück weit zu lösen oder eben auch nicht?

Herzliche Grüße,

AnnSophie.

Leben ist. Weisheit und Liebe verbinden, was Angst und Dummheit trennt.

Ama Walter
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Blueberry
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von Blueberry »

Hallo AnnSophie,
AnnSophie hat geschrieben: Und dass eine geklärte Beziehung zu den Eltern ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Freiheit ist.
Was genau ist "eine geklärte Beziehung zu den Eltern"? Was wäre im Gegensatz dazu eine "ungeklärte Beziehung zu den Eltern"? Und wieso wäre das Eine dem Anderen vorzuziehen?
Hm, ich habe immer ein Problem damit, wenn von irgendwelchen Autoritäten erklärt wird, eine Situation dürfe nicht so akzeptiert werden, wie sie ist (z.B eine "ungeklärte" Beziehung zu den Eltern), sondern müsse geändert (= "geklärt") werden, damit xy (z.B. "Freiheit" - aber wovon?) eintritt.
Ich bin mir nicht sicher, dass diese Autoritäten wirklich selber wissen, um was es sich bei dem "Weg zur Freiheit" handelt und ob dieser von ihnen vorgeschlagene Weg tatsächlich auch so wesentlich für alle anderen ist.
Will sagen: Freiheit oder Unfreiheit hängt nicht von meinen Eltern oder meiner Beziehung zu meinen Eltern ab (ob sie nun geklärt oder ungeklärt sei, was auch immer das heissen mag), sondern nur von mir selber: die Freiheit ist in mir selbst zu finden, aber nicht ausserhalb von mir. Situationen ausserhalb von mir, sowie Handlungen meinerseits in Bezug auf diese Situationen, haben keinen Einfluss auf meine Freiheit oder Unfreiheit.
Bleibt für die philosophisch Interessierten die Frage: gibt es ein "ausserhalb von mir"? Die Antwort darauf zu finden macht frei - auch wenn die Beziehung zu den Eltern möglicherweise durchaus auch weiterhin ungeklärt bleibt.

Viele Grüsse
blueberry
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Kampfkarpfen
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von Kampfkarpfen »

Ich habe für mich die Lehre gemacht : nur weil man miteinander verwandt ist muß man sich noch lange nicht verstehen und lieben.
Es wird immer Menschen geben mit denen man auskommt, mit denen man sich blind versteht und mit denen gar nichts klappt. Ich denke da ist die eigene
Erwartungshaltung ganz wichtig. ICH kann von anderen nichts erwarten. Wenn sie mich so nehmen können wie ich bin ist das toll. Jedoch verbige ich mich nicht mehr um anderen zu gefallen. Dann wäre ich ja nicht mehr ich.
Wichtig ist für mich, das ich es akzeptieren kann, wenn ich mit einer Person sei es Verwandschaft oder Bekanntschaft nicht kann und diese Person es auch mit mir nicht kann. Und vor allem das der Respekt voreinander und die Achtung und Wertschätzung bleibt.
Und an die heile Familie zu glauben fällt mir schon seit dem ich 4 Jahre alt war schwer.
Liebes Grüßle Kampfkarpfen

Nimm dir das Leben
und lass es nicht mehr los,
greif's dir mit beiden Händen
mach's wieder stark und groß

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Mandala
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von Mandala »

Liebe Ann-Sophie,

spontan fiele mir da eher die 22 ein - weil es nun mal die Eltern sind,
die wir uns aussuchen, wenn sie uns zum Leben einladen.
Wenn sich hinterher rausstellt, dass sie nicht die perfekten Eltern sind weil
es auch keine idealen Kinder gibt oder dass sie nicht die idealen Eltern sind, weil es keine perfekten Kinder gibt hilft meiner Meinung nur noch annehmen, was nun nicht zu ändern ist.
Ansonsten versöhnen, verzeihen, vergeben sich und der gesamten Ahnenreihe, in der ja ebenfalls jeder einzelne einen Lernauftrag hatte und in der schon früher alle auch nur Kinder von Eltern sind, die ja auch mal Kinder von Eltern waren...

Mit dem HZS Hände zusammenlegen, Daumen auf den Nasenrücken und gleichzeitig das Herz öffnen in dem sanft hineingeatmet wird - dann wird sich schon vieles zeigen, beruhigen und auch klären.
Klären heisst nach meiner Auffassung klar sehen lernen, deutlich machen, aufräumen, sortieren und immer wieder entwursteln wenn die Eltern-Kind-Ebene durcheinandergeraten sein sollte. Das geht wohl nicht auf einmal und auch nicht einfürallemal, denn es ist ein Prozess der angenommen werden darf oder eben auch nicht.
Auch da würde die 22 mE nach helfen.
Zum einen als doppelte 2 bei Zweifeln
zum anderen als 2 für Ordnung beidseits re und links -
Vater und Mutter aber auch für die
Herstellung einer grundsätzlichen Struktur im Sinne von geordneten Gegebenheiten durch alle Tiefen und Welten und Weiten...
was dann wiederum zu der Erkenntnis in der WEisheit führt es IST.
Die 22 hilft sich in das Unabänderliche hineinfügen aber auch
alles was ankommt vernünftig zu verteilen.

Na ja und dann einfach nur noch Geeedduuuuuulllldddd mit sich und den andern, so als würde ein verknotetes Goldkettchen zu entwirren sein...
Wenn das "geklärt" ist, hat es noch mehr Funktionen und Wert als der reine Grammgehalt in Gold der vom Fallen und Steigen auf dem Weltmarkt abhängt...
Weltmarkt, weil ich oft den Eindruck habe es werden irgendwelche Dinge durch wen auch immer (da muss nur irgendwo einer das Motto ausgegeben haben in der Kindheit nachzusehen) schon wird "künstlich" ein allgemeiner Arbeitsauftrag ausgerufen - auch wenn es gar nicht in der Form bewerkstelligt werden kann...

Kontaktabbruch ist zwar in dem Zusammenhang eine gerne propagierte Lösung, doch leider oft ein lösen sich loslösen von einem auch wunderschönen Familien- und Ahnenpotential das wie alles zwei Seiten hat wie eine Medaille und weil nun mal nichts perfekt ist... da sind wir schon wieder bei der zwei.

Die Power, die Kraft und die Umsetzung und Würdigung dessen was wir uns aussuchen dürfen, zu übernehmen aus der Ahnenreihe, auch ein manchmal staunendes Bewundern oder aber Ringen mit den Gegebenheiten die sind oder waren sie sind stellen einen Anfang dar. Dann können sehr heilsam in der Aus-einander-setzung mit sich Selber, der Erkenntnis des Selbst und allem was dazugehört von Anfang an in Leben und in seinen dazugehörigen Zusammen-hängen sein. Liebe, vergeben, verzeihen und versöhnen ist dann wieder die Antwort auf die gleichen Fragen, die einfach nie aufhören wollen...

Es darf Spass machen den Fokus auf die positiven Aspekte zu lenken und sich selbst entdecken im Spiegel der Anderen auch in dem der Ahnen...

Bin echt gespannt, ob Du das so experimentieren kannst oder magst.

Lieben Gruss
Mandala
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AnnSophie
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von AnnSophie »

Liebe Blueberry, Kampfkarpfen und Mandala,
vielen herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich glieder mal ein bißchen nach Euren Antworten, wenn sich auch manches überschneidet.

@Blueberry,
danke für deine grundsärtzliche Skepsis gegenüber irgendwelchen Autoritäten , die ist sicherlich sinnvoll und hilfreich. Fangen wir mal an, was ist für mich eine geklärte bzw. ungeklärte Beziehung zu irgendjemand?
Das Schlüsselwort mich ist dabei Klarheit / Bewusstsein / Verstehen und weniger Ändern im Austausch mit dem anderen. Ich überspitze im Folgenden etwas:
Wenn eine Beziehung ungeklärt ist, dann ist mir das, was in der Beziehung d.h. zwischen mir und dem anderen passiert nicht bewusst... ggf. unbewusste Opfer-Täter-Spiele stattfinden, die alte Verletzungen wiederholen. In einer ungeklärten Beziehung bin ich i.d.R. fleißig am projektionieren, so unter dem Motto, der andere ist der Böse/Gute und ich bin das "unschuldige" Opfer. In einer geklärten Beziehung ist mir klar/bewusst, was da gerade gespielt wird,welcher alte Schalter / ggf. Verletzung von mir da gerade getriggert wird, damit ich sie zur Kenntnis nehmen und sie ggf. heilen lassen kann. In einer geklärten Beziehung, weiss ich auch um meinen Anteil, dass ich was bestimmtes ausstrahle, damit ich den nächsten Schritt gehen/lernen kann (So nach dem Motto : Innen wie außen.)
D.h. um eine Beziehung zu jemand zu klären, brauch ich diesen nicht.

Das beschreibt vielleicht auch schon, warum auch ich persönlich eine geklärte Beziehung für wünschenswerter halte: Ich bin mehr Herr/Frau in mein eigenen Haus und bin dem ganzen nicht so hilflos ausgeliefert.... bzw. bin freier, auch weil bewusster (darin bin ich mit Dir einig, dass Freiheit im Wesentlichen von mir selbst und weniger von dem/den Anderen abhängt.)

Hinsichtlich deiner philosophischen Frage: "Gibt es ein außerhalb von dir/mir?" Würde ich, da sie mich reizt, paradox antworten: Ja und Nein.
Ja: Es gibt ein außerhalb von dir, deinem biologischen Körper (einfacher Test: Lauf mal mit dem Kopf gegen eine Haus-Wand. Da ist diese deutlich als etwas externes wahrnehmbar., Oder das Erdbeben in Nepal hat stattgefunden, egal ob wir's wissen oder nicht.)
Nein: Und zwar auf folgenden 2 Ebenen 1. Über unseren göttlichen Kern ist alles eins und 2. ist alles was wir "wahr-nehmen" unsere ur-eigene Wahrnehmung und Teil von uns(wie in der Matrix).

@Kampfkarpfen,
danke für Deine Erinnerung an einige Grundpfeiler, gerade auch die mit der Erwartungshaltung. Mein erster Freund hat oft was in die Richtung gesagt, dass man sich die Familie im Gegensatz zu den Freunden nicht ausgesucht hat und man auch nicht gernhaben müsse. (könnte man, wenn man das Unbewusste mit dazu nimmt auch anders sehen mit dem Aussuchen... ok mit 20 hat man ein anderes Bewusstsein als mit 40).
Ein gutes Ziel auch mit meinen aktuellen "Unsympathen" mit Respekt, Achtung und Wertschätzung umzugehen. Das fällt mir nicht immer leicht, z.B. mit meinem Exchef, der mich rausgemobbt hat.
Ich weiss nicht, ob ich jemals an die heile Familie geglaubt habe. .... als Teenager hatte ich irgendwie wohl ziemlich Angst davor, dass sich meine Eltern scheiden lassen, angesichts der teilweise heftigen Streite... ich hab wohl ein Harmoniethema mit hier hergebracht in dieses Leben. Und Du hast ein tiefprägendes Aha-Erlebnis mit 4 gehabt?

@Mandala,
danke für deine einfühlsamen und warmen Worte und Gedanken zur 2 und 22.
Ja ich glaub da ist echt viel entwursteln dabei, fast wie einen gordischen Knoten, den man ganz langsam und Schritt für Schritt doch irgendwie entwirrt bekommt und vielleicht ist es wirklich viel wertvoller als in reinem Glold aufgewogen. Mir kommt da gerade wieder Varinas Bild vom Silberfaden, der uns an und mit einander (ver)bindet...


Ich macht das mal an paar Punkten konkreter: Ich hab ja in mir irgendwie die Wunde des nicht (genug) geliebten Kindes gehabt und manchmal kommt sie auch noch hoch, auch wenn ich inzwischen gefühlt hab, dass da auch ganz viel Blindheit und Angst vor Verletzungen bei mir ist.... Von dem was ich inzwischen gelernt, erfahren und aufgeräumt habe, habe ich gemerkt, dass mein Vater mich sehr wohl sehr innig geliebt hat, dass dann halt nach seiner HerzOP als ich 2 war, ich so erschrocken/erstarrt über sein langes Fehlen war, dass ich mich eigentlich nicht wieder freien Herzens auf ihn eingelassen habe und dementsprechend natürlich auch die Liebe nicht gespürt habe. Es gab ein Zeitfenster um die 5/6, wo wieder was am wachsen war, als dann meine Mutter mich aber so beschämt hat, dass ich wieder auf Rückzug war. ...Und dann gab es noch zur 2. Indivituationsphase mit 15 einen Herzstillstand bei meinem Vater (just als meine Pubertät 1 Woche alt war) und danach war ich auch wieder "brav" und hab mich um die Familie und meinen Vater gekümmert. Als ich mit 27 gerade beruflich zum Sprung ansetzte, war mein Vater schwer krank und fiel dann in Koma und starb dann auch irgendwann nach sprichwortlich schwerer Krankheit,... auch da war mir mein Vater wichtiger als der eigene Karrieresprung.
Ich hab das Gefühl, dass wir uns da in der Frühreha ohne Worte nur mit den Augen unendlich viel erzählt haben. Wir haben uns einfach angeschaut, ich habe geweint, und es war, wie wenn er mir da was wichtiges von seinem Wissen mitgegeben habe, was ich noch nicht verstehe und wenn ich das tippe kommen mir noch immer die Tränen. Ich hab im Wissen von heute das Gefühl, dass mein Vater eben sein letztes Jahr noch geblieben ist und uns geschenkt hat, damit wir/ich ihn loslassen können und seinen Tod am Ende eher auch als Erlösung akzeptieren können.
Ich wünsch mir, dass die traumatischen Erlebnisse eben nicht nur defizitorientierte Traumen sind, wieso ich meine eigene Individuation in der Kindheit eben nicht so ausgelebt habe wie andere/Normalmensch so es das gibt, sondern, dass es wie Tore zu mir werden, in denen ich einfach was anderes vielleicht für mich persönlich wertvolleres gelernt habe.

Und das herauszufinden, ist für mich Klärung der Beziehung, dass ich dann klarer sehe und Denk-, Spür und Sehblockaden abbauen kann und das entsprechende zuvor unbewusste Wissen bewusst integrieren kann.

So viel mal für den Moment,
: 26
AnnSophie.

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Ama Walter
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Blueberry
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von Blueberry »

Liebe AnnSophie,
komme gerade von einem Kurs mit Nathalie in Paris zurück und das Aha-Erlebnis zum Deinem Thema "Verstrickungen mit Eltern lösen" hatte ich sofort am ersten Tag :D :
36 Ausatmungen - und auf Französisch gab es dann folgendes Wortspiel: "l'expiration = énergie de la génération ou des générations - parents, grand-parents". Und da fiel mir just genau diese Diskussion hier ein. :mrgreen:
Also wenn eine Verstrickung im Bezug auf eine andere Generation (von wem auch immer sie ursprünglich generiert wurde) auftauchen sollte: mehrmals tief bis zu den Zehen ausatmen! : 3

AnnSophie hat geschrieben: Hinsichtlich deiner philosophischen Frage: "Gibt es ein außerhalb von dir/mir?" Würde ich, da sie mich reizt, paradox antworten: Ja und Nein.
Ja: Es gibt ein außerhalb von dir, deinem biologischen Körper (einfacher Test: Lauf mal mit dem Kopf gegen eine Haus-Wand. Da ist diese deutlich als etwas externes wahrnehmbar., Oder das Erdbeben in Nepal hat stattgefunden, egal ob wir's wissen oder nicht.)
Darauf würde ich antworten: Ich bin eben nicht mein biologischer Körper. Mein biologischer Körper erlaubt es mir (wer ist "ich" in diesem Fall?), eine ganze Reihe von Erfahrungen zu machen/zu fühlen/zu generieren. Mit dem Kopf des Körpers gegen die Wand stossen erlaubt es, die Erfahrung "Schmerz" zu machen. Diese Erfahrung/Generation (genauso wie alle anderen Sinneswahrnehmungen/Generationen auch) findet in mir (=elektrische Impulse im Gehirn) statt und nicht ausserhalb von mir.

Viele Grüsse
blueberry
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AnnSophie
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von AnnSophie »

Hallo Blueberry,

danke für das tolle Wortspiel.
"l'expiration = énergie de la génération ou des générations - parents, grand-parents".
Sicherheitshalber eine Nachfrage: verstehe ich das richtig ausatmen ist sozusagen die Erzeugungs-/ Schöpfungs- und gleichzeitig die Ahnen- / Generationenenergie?

Die 2 Katzen können das Mausen nicht lassen: Wir hatten ja schon mal eine sehr anregende Diskussion über was bin ich und was ist das Gegenteil / das Andere.....
Ich bin bei Dir, dass alle deine (Sinnes)wahrnehmungen/Generationen in dir stattfinden und nicht ausserhalb von dir..... Nicht desto trotz gibt es Dinge, die einfach unabhängig von Dir und außerhalb deiner Wahrnehmung/deines Systems stattfinden und erst durch dein "wahrnehmen" Teil von Dir werden. Z.B. dass in momentan genau 2 Tagen 21 h 22 min 11 sek in Neuseeland eine 40 stündige Hunger-/Fastenaktion zugunsten von Bangladesh startet (https://www.worldvision.org.nz/Portal/famine/). Die ganzen Planungen etc. sind außerhalb und unabhängig von Dir passiert. (Klar bist Du über deinen göttlichen Kern auch schon immer damit verbunden gewesen, nicht desto trotz war diese neuseeländische Aktion höchstwahrscheinlich kein Teil deines Systems, solange du ihr nicht begegnet bist und du sie bewusst oder unbewusst wahrgenommen hast.)
Oder was meinst Du?

Viele Grüße, AnnSophie.

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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von Blueberry »

Liebe AnnSophie
AnnSophie hat geschrieben: Sicherheitshalber eine Nachfrage: verstehe ich das richtig ausatmen ist sozusagen die Erzeugungs-/ Schöpfungs- und gleichzeitig die Ahnen- / Generationenenergie?
Ja genau, und auf einer noch höheren Ebene verbinden sich beide: ich atme aus, erschaffe, erschaffe was ich (als)wahr(an)nehme. Ich nehme meine Eltern/Grosseltern/Ahnen wahr (sei es als lebende Person oder als Photo/Schriftzug auf vergilbten Urkunden oder als erzählte Erinnerung). Schlussendlich sind es nicht meine Eltern, die mich erschaffen haben, sondern ich erschaffe sie mit jedem Ausatmen: Ein Spiegel im Spiegel : 3
AnnSophie hat geschrieben: Nicht desto trotz gibt es Dinge, die einfach unabhängig von Dir und außerhalb deiner Wahrnehmung/deines Systems stattfinden und erst durch dein "wahrnehmen" Teil von Dir werden. .
Nach dem Motto: "Look inside for everything" :mrgreen: würde ich eher sagen: sie waren immer schon Teil von mir, unabhängig davon, ob ich sie schon in der Vergangenheit angeschaut habe, erst jetzt durch Dich (ichbindu : 3 ) darauf aufmerksam gemacht werde oder sie erst irgendwann später (oder gar nicht) wahrnehme. Zeit (gestern, heute, morgen...) und Raum (Frankreich, Neuseeland, Bangladesh...) sind beides illusorische Konzepte, die dem Bewusstsein erlauben, die unendlich vielen existierenden Dinge nacheinander und getrennt voneinander zu erleben, statt alles gleichzeitig zusammen.

Viele Grüsse
blueberry
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AnnSophie
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von AnnSophie »

Liebe Blueberry,

danke für das generative Atmen, das hat echt Potential recht tief nach/weiterzuklingen. Ich bin bei Dir, dass ich mein Bild von meinen Eltern in jedem Ausatem neuschaffe.

Interessanter Ansatz, der mir in dieser Radikalität erst mal recht fremd ist:
Blueberry hat geschrieben:Zeit (gestern, heute, morgen...) und Raum (Frankreich, Neuseeland, Bangladesh...) sind beides illusorische Konzepte, die dem Bewusstsein erlauben, die unendlich vielen existierenden Dinge nacheinander und getrennt voneinander zu erleben, statt alles gleichzeitig zusammen.
Heißt das man kann auch die Vergangenheit objektiv dahingehend ändern, dass die Titanic nicht sinkt und Kate und Leo in Amerika heiraten?? Und den Holocaust vermeiden?? : 3 ... Für mich können/machen wir das in unserer Wahrnehmung/Geschichtsschreibung.... aber es gibt für mich so was wie die echte/objektive Essenz dahinter/darunter, wie eine Art Schnittmenge der verschiedenen Wahrnehmungen, was auch unabhängig von mir/dir/uns existiert. ... "ichbindu" und eben auch wieder nicht.

Als Kind binichdu - unreflektiert,.... irgendwann fall ich aus dem vorbewussten Paradies des All-ein-seins mit allem und jedem.... und ein wesentliches Ziel menschlicher Entwicklung ist diese Trennung zu überwinden und mich wieder zu vereinen. Für mich findet diese bewusste, wahrhaft menschliche Vereinigung von individuellen, einzigartigen Körper-Geist-Seele-Systemen im Wissen um unser gleichzeitiges eins- und getrennt-sein statt.

Was für Vorteile hat deine Denkweise? Und wie bist Du darauf gekommen? Was mir spontan kommt ist, dass wenn ich alles erschaffe, auch das, was nach herkömmlicher Ansicht außerhalb von mir ist, hab ich eine sehr große Macht. Ist in dem Sinne ähnlich wie ein atheistischer Standpunkt. Andererseits bin ich m.E. auch für alles verantwortlich....

Interessant find ich auch, dass Du in der Tiefenecke unsere Seele (nur) in uns verortet hast, vielleicht hängt das damit auch zusammen? Für mich ist sie gleichzeitig in meinem Innen und meinem Außen, mein Innerstes und das mit dem ich außen mich mit anderen Wesen verbinde.

Jetzt ruft das Bett,
AnnSophie.

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Ama Walter
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Blueberry
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von Blueberry »

Liebe AnnSophie,
AnnSophie hat geschrieben: Was für Vorteile hat deine Denkweise? Und wie bist Du darauf gekommen?
Was für Vorteile? Keine Ahnung - vielleicht weniger Stress und mehr Fun im Leben?
Wie bin ich darauf gekommen? Platon: Höhlengleichnis.
In modernen Worten ausgedrückt beschreibt er ein Kino: wir sehen einen Film und halten das, was darin passiert, für die Wirklichkeit. Wir sehen Bilder und hören gesprochene Worte, verbinden beides miteinander (auch wenn die Bilder und tatsächliche Bedeutung der Worte nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben) und ziehen daraus Schlüsse auf die Existenz einer realen Vergangenheit bzw. einer möglichen Zukunft, von denen wir annehmen, dass sie uns betreffen.
Auf dem Niveau der Filmrollen bzw. DVDs existieren alle Aktionen des Films gleichzeitig: Ich sehe die Filmrolle bzw. DVD in einem Stück und nicht Bild für Bild nacheinander projiziert, (dieses letztere erschafft die Illusion einer Zeitabfolge). Der Film, den ich persönlich gerade sehe, heisst: "Gutes und Schlechtes Erleben auf der Erde" : 3
AnnSophie hat geschrieben: Heißt das man kann auch die Vergangenheit objektiv dahingehend ändern, dass die Titanic nicht sinkt und Kate und Leo in Amerika heiraten?? Und den Holocaust vermeiden?? : 3
Ich fürchte nein :mrgreen: aber letzten Endes hängt es davon ab, welchen Film Du gerade siehst - würdest Du es vorziehen, wenn der Holocaust statt in der wahrgenommenen Vergangenheit eher in einer wahrgenommenen näheren Zukunft stattfinden würde? Man könnte eventuell die Filmrollen vertauschen, sodass die "Vergangenheit" zur "Zukunft" wird - aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich eine angenehmere Lösung wäre. Wenn der Film wirklich unerträglich wird, gibt es nur eins: aufstehen und aus der Höhle/dem Kino 'rausklettern. (Im Buddhismus bezeichnet man dieses "aus der Höhle 'rausklettern" mit dem Wort "erwachen" : 3 )
AnnSophie hat geschrieben: Was mir spontan kommt ist, dass wenn ich alles erschaffe, auch das, was nach herkömmlicher Ansicht außerhalb von mir ist, hab ich eine sehr große Macht. Ist in dem Sinne ähnlich wie ein atheistischer Standpunkt. Andererseits bin ich m.E. auch für alles verantwortlich....
Bin mir gerade nicht sicher, was Du mit einem "atheistischen Standpunkt" meinst, aber im Bezug auf Verantwortung für alle meine Wahrnehmungen bin ich einer Meinung mit Dir.
Der Ausdruck "eine grosse Macht haben" kann zu Missverständnissen führen, ganz besonders, wenn man versucht, sie auf ein wahrgenommenes "Äusseres" auszuüben: die einzige Macht, die man tatsächlich hat, ist, sich selbst zu ändern.

Viele Grüsse
blueberry
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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von AnnSophie »

Liebe Blueberry,

witzig, Platons Höhlengleichnis ist auch ein wesentlicher Ausgangspunkt meiner Wahrheits- / Wirklichkeitsdefinition. Das hast Du m.E. recht eigenwillig weiterentwickelt, es wird Dir schon für was nützen. ;)

Letztendlich sind wir uns auf die Wahrnehmung einig, dass das ein individueller höchst subjektiver Vorgang des für wahr haltens ist. Der entscheidende Unterschied in unserem Denken ist m.E.:
Für mich gibt es, wenn wir im Gleichnis bleiben wie auf den beiden Skizzen von dem Höhlengleichnis etwas äußereres /"objektives", das den Schatten auslöst, der dann (indirekt und im Inneren) wahrgenommen wird:
http://www.gottwein.de/Grie/plat/PlatStaatHoehle.php
http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlengleichnis
Dieser äußere Schattenspender ist da, auch wenn er nur indirekt über seinen Schatten wahrgenommen wird.

Ich hatte Dich so verstanden, dass es für Dich eben keine äußeren, objektiven Schattenspender gibt. Sondern man selbst den Film komplett allein.
In meinem Denken kann man die Filmrollen nicht vertauschen, da der Schatten nicht von den Gefangenen gemacht sondern nur rezipiert / wahrgenommen / gedeutet wird. Man kann den Film, wie man was wahrnimmt immer wieder neu schreiben (auch unser Bild über die Vergangenheit kann man ändern)... aber weder den Schatten noch den Schattenwerfer.
Hab auch kein Bedürfnis Vergangenheit und Zukunft zu vertauschen... eher das Bedürfnis aus der Vergangenheit zu lernen (auf dem familären und politischen Feld), so dass man gewisse Verirrungen und Fehler nicht wiederholen muss.

Einen atheistischen Standpunkt charakterisiert m.E., dass ich glaube, dass es nichts Größeres als mich gibt.
Hinsichtlich meiner Formulierung "große Macht haben", hast Du recht, das könnte zu Mißverständnissen führen. Du hast sie sinngemäß richtig verstanden. Ich bezog es auf den "Film", dass ich in deinem Bild Schatten, Schattenwerfer und Höhlengefangener gleichzeitig bin.
Die für mich zur Zeit wesentliche Macht ist: Ich habe, in jeder Situation neu, die Macht mich selbst zu erkennen, und ich selbst sein und werden bewusst und in Leichtigkeit oder es auch zu lassen und es über das Schicksal auf die harte Tour zu lernen.

So viel mal zu den Höhlen, jetzt ruft die Sonne,

AnnSophie.

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Re: Verstrickungen mit Eltern lösen

Beitrag von Blueberry »

Liebe AnnSophie,
ja die Sonne, die 7. Tiefe! :mrgreen: Und bei Platon gibt"s dann auch noch die Sphärenmusik = 8.Tiefe?
Die Höhle mit allem, was darin ist: das Innere meines Kopfes (der hat ja auch irgendwie eine Höhlenform :mrgreen: ) = 5. Tiefe
das Feuer in der Höhle: mein höheres Bewusstsein (=6. Tiefe), welches mal diese mal jene Dinge (und auch die anderen Gefangenen, sowie die Illusion meiner eigenen Persona) beleuchtet, deren Schatten auf die Höhlenwand (meine Retina oder auch diese komische graue Masse, die da überall 'rumliegt : 3 ) projiziert werden.

Und jetzt gehe ich mal 'raus und schreie so laut ich kann: "in meinem Herzen!"
und noch ein mal ganz laut: "in meinem Herzen!!!!"

(Das ist die Antwort auf die Frage "Wo ist Gott? :mrgreen: ) = 9. Tiefe
Ein mystischer Standpunkt ja, aber ganz sicher kein atheistischer!

Viele Grüsse
blueberry
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