Liebe Susi -ja bitte gerne,19Susi83 hat geschrieben:Liebe Mandala,
vielen lieben Dank für deinen langen Text.
Mir sind die Tränen gekommen bei "meinem" Thema:
"Entweder Du benimmst Dich wie wir und Du gehörst dazu oder Du benimmst Dich anders, dann wirst Du aber schon sehen wo Du hinkommst..."
*Taschentuch reiche*, ich hatte heute mal richtig viel Zeit meine Gedanken zu diesem Thema schriftlich zu sortieren und es hat mir Freude gemacht mitzuteilen und Dich damit zu berühren...
Es ist ja schliesslich auch so, dass es keineswegs nur "Dein" Thema ist...ein Thema das seit langem und für viele Menschen sehr gegenwärtig ist und beschäftigt ob es ihnen so deutlich erfahrbar ist oder ob nicht...
Vielleicht ist es bei Dir gerade zutreffend, dass es sich in Dein Bewusstsein drängt, es sich Dir quasi eröffnet - ich weiss es nicht... Ich selber habe es über einen langen Zeitraum wie ein Prozess des Aufwachens und Ankommen oft auch erstaunt in einer anderen Realität ankommend als ich es vorher gewohnt war oder es zuvor erlebt habe, empfunden.19Susi83 hat geschrieben: Bewusst ist mir das jetzt nicht, das ich wohl so erzogen wurde, aber es ist wohl so, sonst würde es mich nicht so berühren
Es ist JSJ unter anderem ein in Weg zu sich Selbst. Selbsterfahrung und Selbsterkenntniss - was Mary mit dem sich selber kennen lernen vermutlich auch bezeichnete...
Das ist doch die Krux - es perfekt machen zu wollen und dann, weil der Schmerz doch noch irgendwo im System gespeichert ist, unbewusst in die Gegenbewegung auszuweichen...19Susi83 hat geschrieben: Und jetzt will ich das gleiche wohl mit meinem Kind machen.
Aber wo ist der goldene Mittelweg zwischen "gut" erzogen und sein lassen wie er ist???
Genau da gilt es zu beginnen mit dem Vertrauen und dem Zutrauen. Auch damit, dass alles was so ist wie es ist und dann auch so sein darf und ws nicht gebraucht wird sich auf- und ablöst. Damit sind wir wieder beim HZS. Uns helfen in der Selbsthilfe dann die 10 Finger und Zehen mit. Dies damit wir heil werden - an Körper, Geist, Seele was wir sind, wenn wir so werden wie wir im Ursprung gemeint sind und nicht so wie andere uns haben wollen.
Früher griffen wir auf den religiös begründeten Werterahmens auf die damit zusammenhängenden Erfahrungen und Erlebnisse zurück. Manches haben wir dabei schlichtweg (obwohl richtig ausgedrückt) falsch aufgefasst: z.B. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Wir glaubten und übernahmen die irrige Haltung, anstelle bei uns selber zu beginnen beim anderen anzufangen - ohne zu begreifen, dass es ganz anders gemeint war, als es gelebt wurde. Eigenliebe, Selbstliebe, Bedingungslose Liebe auch sich selber gegenüber sich selber annehmen. Das bedingt und erlaubt auch uns zu verändern, so dass wir uns wohlfühlen. Ich vermute darin liegt auch Deine folgende Aussage begründet. Ich versuche es mal zu interpretieren:
Doch doch, das Thema ist einfach in den Griff zu bekommen19Susi83 hat geschrieben: Außerdem hab ich ja noch ein Thema, immer wieder meine aufkommende Wut auf was auch immer, ob das wohl damit zusammen hängt?
Das Thema bekomm ich auch einfach nicht in den Griff :-(
Die Wut könnte mitgebracht, angesammelt weil vielleicht entstanden sein als Lebensausdruck und lebendiger Ausdruck. Sie stellt eventuell quasi Gegenbewegung dar zu dem Druck, den Du vielleicht erlebt hast, weil wenn Du nicht so sein durftes, wie Du es gebraucht hättest um Dich zu akzeptieren um Dich zu lieben dich selbst anzunehmen, aber nicht sein konntest.
Nochmals, auch Deine Erzieher haben es nicht anders gewusst. Sie folgten ihren Gegebenheiten, die sie nach bestem Wissen und Gewissen anwendeten.
War es unzureichend, dann hilft auch da nur noch vergeben, versöhnen, verzeihen und irgendwann getrost vergessen.
Lieber ein selbstvertrauendes bewusstes Kind, als ein angepasster Abnicker…19Susi83 hat geschrieben: Um wieder zum Thema zu kommen, hab halt Angst das er dann wie du so schön schreibst ein richtig ungezogener Fratz wird.
Klar ist es jetzt noch nicht wirklich schlimm was er macht, aber was ist wenn es schlimm wird?
Es wird wenn Du achtsam bleibst nicht schlimm kommen und wenn es wirklich so kommen sollte, so würde es dann noch reichen sich zu kümmern, wenn es denn so wäre… Merkst Du was? Es ist hypothetisch denn Jetzt ist Jetzt.
Die Liebe sein zu dürfen, ist das was zählt. Mehr interessiert den kleinen Welteroberer gerade noch nicht…
Da hat er ja auch seine Lehrmeister – Katzen sind unangepasst, sie machen schliesslich auch nur das was sie selber wollen.19Susi83 hat geschrieben: Es gibt Sachen da hört er auf ein "einfaches" nein. Wie zb wenn er nicht lieb zu Tieren ist oder zu anderen Kindern. ZB hat er Kind mal mit Sand beworfen und da hat er gereicht, das ich einmal nein sage.
Bei unseren Katzen lasse ich ihn aber zb auch wieder (Außer er würde wirklich was schlimmes machen) weil da spürt er dann ja die Konsequenz gleich, wenn er gekratzt wird, wenn er sie ärgert.
Vielleicht ist es die Grenze die er sucht, wie bei dem Umgang mit den Katzen? Er weiss es vielleicht noch gar nicht, dass es Euch auch weh tut, weil ihm das Nein nicht als erlittenen Schmerz ankommt.19Susi83 hat geschrieben: Ich weiß aber nicht, warum das bei anderen Sachen nicht klappt, wenn er zb uns haut oder so. Da interessiert es ihn nicht wenn ich NEIN sage :-(
Weißt Susi, ich seh es so: Wenn Gott nicht "wüßte", dass Du es nicht schaffen würdest, wäre es Dir nicht als Aufgabe zugekommen - vertrau Dir und Deiner Liebe sowie Deinen Lieben - alles Gute Euch, es wird schon gelingen und hab Spass dabei...19Susi83 hat geschrieben:Oh man hätte nicht gedacht das des alles so schwierig ist.
Ich schreib und schrieb, das nicht etwa nur einfach so, sondern weil es meine tiefe erfahrene Überzeugung ist. Wege sind nunmal nicht immer mit Rosen bestreut. Es gelingt, wir haben Unterstützung und Hilfe dabei. Dann ist es möglich Eigenverantwortung zu übernehmen und gleichzeitig Selbstliebe zu entdecken und Leben neu zu lernen.
Nur Mut, Geduld und eben immer nur Eines nach dem Anderen. Es ist wie mir scheint genau das, was immer im JSJ aufleuchtet: Hilfe zur Selbsthilfe. Heisst es doch unter anderem auch, "Hilf Dir Selbst, so hilft Dir Gott..." Deshalb fang bei Dir an und Du veränderst die Welt - Deine eigene Sicht drauf. Viel Spass dabei, denn Du darfst sie mit Deinem Kind / Kindern eben nochmals neu erobern lernen, auch wenn Du schon erwachsen bist und die Aufgabe hast zu entscheiden. Entscheidungen sind genutzte Eigenverantwortung, sie bringen Klarheit und Erfahrung und das hast Du doch schon ganz oft erfolgreich geübt.
...
LG Mandala



