Liebe Seelein,
ich glaube, alle Mütter, die Kinder durch die Pubertät bringen oder gebracht haben, kennen das, was du beschreibst - manche mehr, manche weniger intensiv.
Mein "Extremist"

von einem Sohn hat das damals besonders ausufernd zelebriert mit dem Widerstand gegen die "Obrigkeit". Ich war oft nach einem Streit völlig am Boden zerstört, hatte keine Kraft mehr und vor allem ein nie endendes schlechtes Gewissen, weil ich mich für eine absolute Null als Mutter hielt.
Dass die Pubertät ihren Sinn darin hat, Widerstand gegen das "Etablishment Eltern" zu leisten, um ein eigenständiges Leben zu ermöglichen, weiß frau, aber wirklich hilfreich ist das auch nicht.
Der Katastrophenbeutel ist inzwischen 30, hat eine Berufsausbildung und ein Studium abgeschlossen und macht - damit es ihm nicht langweilig wird - neben seinem Hauptjob noch zwei Nebenjobs und ständig Fortbildungen. Wir haben das herzlichste Verhältnis, das ich mir nur wünschen kann.
Trotz allem, was ich sicher falsch gemacht habe, konnte ich mich immer bei ihm entschuldigen, wenn mir mal der Kragen geplatzt ist und das war sehr wichtig. Ihm gegenüber einzugestehen, dass ich als Mutter nicht immer recht habe und mich vom Zorn überwältigen lasse, weil ich es einfach in dem Moment nicht besser konnte, hat er auch anerkannt. Genau so wichtig war es, mir selbst zu verzeihen und das Rollenmodell der stets verständnisvollen Übermutter abzulegen.
Auch in die Tiefe zu gehen mit Fragen, was spiegelt mir mein Kind an eigenen ungelösten Themen, welche Rollen spielen wir, welches Verständnis mir selbst und dem Kind gegenüber gilt es zu entwickeln, war hilfreich.
Da ich mich damals schon sehr mit spirituellen Fragen beschäftigt habe, auch was vorgeburtliche Traumata anbelangt, war das ein weiterer wichtiger Zugang. Aber dazu muss man sich gezogen fühlen, sonst bringt es eher noch mehr Verwirrung.
Ohren steif halten, entspannt durch die Füße ausatmen - und durch!
Liebe Grüße
Waldeule