Kuriose Zugevakuation
Verfasst: 24. November 2016, 21:52
Hallo ihr alle
Das hat nun gar nichts JSJ zu tun (daher in der Plauderecke), aber ich möchte einfach irgendwo loswerden, was ich heute erlebt habe.
Mein Chef und ich fuhren mit der Bahn an einen Kongress. Mitten in einem langen Tunnel blieb der vollbesetzte Zug stehen. Es wurde rasch stickig, offenbar lief die Lüftung nicht mehr. Dann kam eine Durchsage: Der Zug sei wegen eines Brandes an der Lokomotive stehengeblieben. Der Lösch- und Rettungszug sei unterwegs, weitere Informationen würden folgen. Äh, sehr beruhigend, mit brennender Lokomotive mitten in einem Tunnel drin
Ich schielte nach den nächsten Notausgängen und beschloss, die Sache ernst zu nehmen, aber ruhig zu bleiben. Alle anderen offenbar auch, es blieb ruhig im Wagen.
Dann wurde es kurios. Eine nächste Durchsage des Zugbegleiters: Er gehe nun zur Lokomotive (äh... okay?). Dann: Der Lokführer und er hätten die Lok untersucht und keinen Brand gefunden, aber die Lok gehe nicht mehr. Einige Minuten später die andere Zugbegleiterin: Der Brand sei nun gelöscht. Im Verlauf der nächsten Stunde kamen mehrfach widersprüchliche Informationen zum Lösch- und Rettungszug. Er käme demnächst, er werde gerade angekuppelt, er käme bald, er sei da, man versucht gerade, ihn anzukuppeln (ja, in dieser Reihenfolge). Etwa nach einer halben Stunde, als längst klar war, dass es nie gebrannt hatte oder aber der Brand schon gelöscht war, kam die Zugbegleiterin zudem auf die Idee, mal durchzugeben, dass wir in Sicherheit seien und keine Gefahr bestünde - dies tat sie dafür dann penetrant und nachdrücklich, mehrfach. Es wurde immer heisser und stickiger, aber wir hatten zumindest etwas Licht, während die Leute in den anderen Wagen offenbar im Finsteren sassen.
Nach eineinhalb Stunden wurden wir dann aufgefordert, den Zug zu verlassen. Draussen ging es aber nicht weiter, und wir standen alle 15 Minuten im Tunnel neben dem Zug bzw. teilweise noch im Zug drin herum. Dann kam endlich Bewegung in die Sache, wir mussten nur wenig durch den Tunnel gehen und dort stand ein Ersatzzug bereit. Mit fast zwei Stunden Verspätung (auf eine Strecke von 45 Minuten Fahrzeit) kamen wir dann am Kongressort an.
Es war ja eher amüsant, und etwas ärgerlich, da wir die zwei interessantesten Vorträge der ziemlich teuren Tagung verpasst haben. Aber ich bin ja froh, hat es nicht tatsächlich gebrannt. Doch ich frage mich ernsthaft, wie die in einem wirklichen Notfall eine rasche Evakuation hinkriegen würden...
Gruss
Cestca
Das hat nun gar nichts JSJ zu tun (daher in der Plauderecke), aber ich möchte einfach irgendwo loswerden, was ich heute erlebt habe.
Mein Chef und ich fuhren mit der Bahn an einen Kongress. Mitten in einem langen Tunnel blieb der vollbesetzte Zug stehen. Es wurde rasch stickig, offenbar lief die Lüftung nicht mehr. Dann kam eine Durchsage: Der Zug sei wegen eines Brandes an der Lokomotive stehengeblieben. Der Lösch- und Rettungszug sei unterwegs, weitere Informationen würden folgen. Äh, sehr beruhigend, mit brennender Lokomotive mitten in einem Tunnel drin
Dann wurde es kurios. Eine nächste Durchsage des Zugbegleiters: Er gehe nun zur Lokomotive (äh... okay?). Dann: Der Lokführer und er hätten die Lok untersucht und keinen Brand gefunden, aber die Lok gehe nicht mehr. Einige Minuten später die andere Zugbegleiterin: Der Brand sei nun gelöscht. Im Verlauf der nächsten Stunde kamen mehrfach widersprüchliche Informationen zum Lösch- und Rettungszug. Er käme demnächst, er werde gerade angekuppelt, er käme bald, er sei da, man versucht gerade, ihn anzukuppeln (ja, in dieser Reihenfolge). Etwa nach einer halben Stunde, als längst klar war, dass es nie gebrannt hatte oder aber der Brand schon gelöscht war, kam die Zugbegleiterin zudem auf die Idee, mal durchzugeben, dass wir in Sicherheit seien und keine Gefahr bestünde - dies tat sie dafür dann penetrant und nachdrücklich, mehrfach. Es wurde immer heisser und stickiger, aber wir hatten zumindest etwas Licht, während die Leute in den anderen Wagen offenbar im Finsteren sassen.
Nach eineinhalb Stunden wurden wir dann aufgefordert, den Zug zu verlassen. Draussen ging es aber nicht weiter, und wir standen alle 15 Minuten im Tunnel neben dem Zug bzw. teilweise noch im Zug drin herum. Dann kam endlich Bewegung in die Sache, wir mussten nur wenig durch den Tunnel gehen und dort stand ein Ersatzzug bereit. Mit fast zwei Stunden Verspätung (auf eine Strecke von 45 Minuten Fahrzeit) kamen wir dann am Kongressort an.
Es war ja eher amüsant, und etwas ärgerlich, da wir die zwei interessantesten Vorträge der ziemlich teuren Tagung verpasst haben. Aber ich bin ja froh, hat es nicht tatsächlich gebrannt. Doch ich frage mich ernsthaft, wie die in einem wirklichen Notfall eine rasche Evakuation hinkriegen würden...
Gruss
Cestca