Liebe Blondy,
beim Durchlesen Deiner Beiträge, kam mir immer wieder in den Sinn: " Das ist nicht deins."
Ich schreibe Dir diesen Eindruck, weil ich die Erfahrung gemacht habe, daß es meist für denjenigen, um den man sich sorgt, das beste sein kann, ihn loszulassen und vor allem: ihn so zu lassen, wie er ist.
Wenn er wirklich als Kind hyperaktiv war (was ich Anhand vieler Fehldiagnosen inzwischen lieber zuerst einmal in Zweifel ziehe, weil es auch die sog. Anpassungsstörung gibt, die sehr ähnliche Verhaltensweisen bei einem Kind zeigt), dann hab ich hier die Frage, ob er wohl schon damals psychologische Unterstützung hatte... anfühlen tut es sich nicht danach, wenn doch, korrigiere mich bitte.
Diese Kinder ecken ihr Leben lang an, müssen mit Ablehnung und Missfallen, Missbilligung und allem was mit sogenanntem "Fehlverhalten" zu tun hat irgendwie klar kommen. Sie tragen viele offene Wunden mit sich, in die man nur leicht piekst und schon schaltet sich ihr "Verteidigungssystem" an. Das kann sich auf viele Arten zeigen- Trotz, noch wilder sein, davonlaufen, erstarren, sich zurückziehen etc.
Da dein Verwandter inzwischen 29 Jahre alt ist, kannst Du leider so gut wie gar nichts für ihn machen... hart ich weiß, aber wahr. ER selbst hat sein Leben in der Hand, auch wenns nicht für anderer Leute Augen danach aussehen mag.
Stagnation (kenn ich gut ;-)) ist nicht unbedingt etwas, das für immer andauert. Sie wird sehr oft negativ bewertet und man schaut nicht hinter den Schleier.
Wofür kann ein Stillstand, ein nicht in die Gänge kommen, ein demotiviert sein denn GUT sein?
Du wirst dafür sicherlich ein zwei Antworten finden. Alles hat zwei Seiten, das weiß ich heute.
Wenn Du ihm helfen willst, versuche das Wort HELFEN aus deinem Vokabular zu streichenn und verwandle es in UNTERSTÜTZEN... Es wird dich und ihn freier sein lassen.
Er scheint mir seine ganze viele Energie und das damit verbundene POTENZIAL in ein Kästchen gesperrt zu haben... fest verschlossen und den Schlüssel dazu hat nur einer: ER!(Ich bekam ein Bild eines kleinen Jungen, der sich schützend über seine "Schatzkiste" gelegt hat)
Vielleicht ist es ja möglich jemanden zu finden (seine Bereitschaft vorausgesetzt), fachlich kompetent und erfahren (Psychologe, LifeCoach, Psychokinesiologie kann Wunder wirken... etc.), der ihm in sein Loch, in dem er zu sitzen scheint, mal ein Seil herunterlassen kann. ???
Hast Du den Eindruck ER leidet unter seiner Situation? Oder leidest DU, das mitzubekommen? Du kannst ihm vorsichtig die Hand reichen, Richtungen aufzeigen, nur den ersten Schritt GEHEN muss ER.
Ich schreibe Dir das, damit Du Dich ein bischen auf Position bringen kannst... und für Dich einen Fokus finden kannst, der EUCH BEIDEN dient.
Schicke Dir eine große

und das strömen der 26 so oft als möglich, könnte dir evtl. auch durch alles momentane etwas Kraft geben.
Herzliche Grüße
sanara