Frühkindliche und Geburtstraumata
Verfasst: 1. November 2014, 11:58
Hallo,
Anfang September hatten wir ja hier im Forum eine richtig heiße Diskussion über Kindheitsverletzungen und die Schuld/Verantwortung der Mütter im allgemeinen und im besonderen.
In Anknüpfung an diese Diskussion möchte ich hier nachfolgenden Ansatz von Franz Renggli mit Euch teilen und diskutieren
Vorab ist mir wichtig zu sagen, dass meines Erachtens im deutschen Kulturkreis keine andere Rolle so sehr mit uneinlösbaren Erwartungen überladen wird, wie die Mutterrolle. In Deutschland ist das m.E. Noch zugespitzter als in anderen Kulturen, z.B. den Begriff „Rabenmutter“ und das dahinterstehende Denkkonzept ist mir analog aus anderen Sprachen (Englisch, Spanisch, Französisch...) nicht bekannt.
Meinhard hat sehr richtig beschrieben, wie viele jahrzehntelang versuchen ihre Traumata aus der ersten Zeit ihres Lebens bzw. aus ihrer Beziehung zu ihrer Mutter aufzuarbeiten und zu heilen.
Und gleichzeitig wird jede Mutter es rein instiktiv gut mit dem Kind meinen. (Das Muttertier ist in Frauen extrem stark.) Sie handeln wie wir alle auf Basis Ihres (Un-)Wissens, wie alle überall.
Franz Renggli geht nun von der Verhaltensforschung aus, dass die emotional ersten Lernerfahrungen im Leben jedes Menschen- und Tierkindes von grundsätzlicher Bedeutung sind: Sie sind irreversibel und d.h. nicht umkehrbar, was als Prägung bezeichnet wird.
In seinem aktuellen Buch das goldene Tor zum Leben bzw. der frei verfügbaren Zusammenfassung http://www.franz-renggli.ch/de/artikel/ ... litaet.pdf führt er weiter aus:
Für mich selbst ist dieser Ansatz mit einem etwas anderen Blickwinkel sehr tröstend. Wenn es mich auch reizt und ich nicht akzeptieren mag, dass wirklich all unsere Schaffenskraft aus einem Defizit herauskommen soll.
Auf JSJ-Ebene hat mir im Zusammenhang mit den frühsten Kindheitsverletzungen die Lu-FE sehr gut getan.
Was meint Ihr dazu?
Viel Grüße,
AnnSophie.
Anfang September hatten wir ja hier im Forum eine richtig heiße Diskussion über Kindheitsverletzungen und die Schuld/Verantwortung der Mütter im allgemeinen und im besonderen.
In Anknüpfung an diese Diskussion möchte ich hier nachfolgenden Ansatz von Franz Renggli mit Euch teilen und diskutieren
Vorab ist mir wichtig zu sagen, dass meines Erachtens im deutschen Kulturkreis keine andere Rolle so sehr mit uneinlösbaren Erwartungen überladen wird, wie die Mutterrolle. In Deutschland ist das m.E. Noch zugespitzter als in anderen Kulturen, z.B. den Begriff „Rabenmutter“ und das dahinterstehende Denkkonzept ist mir analog aus anderen Sprachen (Englisch, Spanisch, Französisch...) nicht bekannt.
Meinhard hat sehr richtig beschrieben, wie viele jahrzehntelang versuchen ihre Traumata aus der ersten Zeit ihres Lebens bzw. aus ihrer Beziehung zu ihrer Mutter aufzuarbeiten und zu heilen.
Und gleichzeitig wird jede Mutter es rein instiktiv gut mit dem Kind meinen. (Das Muttertier ist in Frauen extrem stark.) Sie handeln wie wir alle auf Basis Ihres (Un-)Wissens, wie alle überall.
Franz Renggli geht nun von der Verhaltensforschung aus, dass die emotional ersten Lernerfahrungen im Leben jedes Menschen- und Tierkindes von grundsätzlicher Bedeutung sind: Sie sind irreversibel und d.h. nicht umkehrbar, was als Prägung bezeichnet wird.
Dieser "Schmelztiegel" an heftigen Gefühlen ist für ihn gleichzeitig die Quelle und der Ursprung aller menschlichen, kreativen Schaffenskraft und somit all unserer kulturellen und technischnischen Errungenschaften.„In dieser höchst sensiblen ersten Lebenszeit wird in allen Hochkulturen eine Mutter und ihr Baby voneinander getrennt. Dabei gilt: Je höher die Kultur entwickelt ist, desto radikaler wird diese Trennung vollzogen, was als Einpassung in das entfremdete Leben der Städte verstanden werden kann. Das bedeutet: In der Tiefe der menschlichen Seele aller Hochkulturen ist ein weinendes, verzweifeltes und tobendes Baby verborgen.“
In seinem aktuellen Buch das goldene Tor zum Leben bzw. der frei verfügbaren Zusammenfassung http://www.franz-renggli.ch/de/artikel/ ... litaet.pdf führt er weiter aus:
"Mit vielen führenden pränatalen Psychotherapeuten glaube ich persönlich an die Reinkarnation (Forschungen durch Ian Stevenson und Michael Newton), was bedeutet: Wir sind alte Seelen, die im letzten Leben gewisse Aufgaben oder Lernschritte nicht vollenden konnten und deswegen haben wir uns in der geistigen Welt entschieden, einen neuen Versuch zu wagen auf dieser Welt. Zu diesem Schritt wählen wir uns entsprechende Eltern aus mit ihren ganz bestimmten Fähigkeiten und Stärken aber auch mit ihren spezifischen Verletzungen. Und so wie wir im vorsprachlichen Raum geprägt werden, in der Schwangerschaft, während der Geburt und in der Babyzeit – diese Prägung bildet den psychosomatischen Hintergrund für unser ganzes Leben. Es ist die Basis für die nächsten Lernschritte in unserem Leben, unsere Lebensaufgabe, der Sinn unseres Lebens. Und ich glaube: je härter das Schicksal eines Menschen, desto grösser ist auch die Aufgabe, die es sich in der geistigen Welt vorgenommen hat für diese Welt und mit diesen Eltern.
Wenn es uns gelingt, unsere Fähigkeiten und Stärken zu entwickeln und andererseits unsere alten Verletzungen zu transformieren und das heisst ausheilen zu lassen, dann ist in jedem schweren Schicksal ein unendlicher Reichtum, ein Kern von Glück, Zufriedenheit und Freude verborgen. Dies ist unsere Lebensaufgabe, den göttlichen Kern in uns zum Erblühen zu bringen."
Für mich selbst ist dieser Ansatz mit einem etwas anderen Blickwinkel sehr tröstend. Wenn es mich auch reizt und ich nicht akzeptieren mag, dass wirklich all unsere Schaffenskraft aus einem Defizit herauskommen soll.
Auf JSJ-Ebene hat mir im Zusammenhang mit den frühsten Kindheitsverletzungen die Lu-FE sehr gut getan.
Was meint Ihr dazu?
Viel Grüße,
AnnSophie.