Oberharzer1963 hat geschrieben:Muss ich, wenn ich den "Strömvorgang" kurz unfreiwillig unterbrechen musste (z.B. heftiges jucken an der Nase und nachfolgendes kratzen), mit dem "strömen" von vorn beginnen oder kann ich den Vorgang einfach fortsetzen?
Hallo Oberharzer,
die Ströme fließen ständig alle gleichzeitig. Das haben sie schon getan, bevor wir irgendeine Begegnung mit Jin Shin Jyutsu hatten. Die fließen auch ohne Unterbrechung weiter, wenn wir das Strömen unter- oder abbrechen. Außerdem reicht es ja im Normalfall schon, den Anfangsgriff eines Stroms etwas länger zu halten, damit die betreffende Funktionsenergie sich wieder harmonisiert.
Anders sieht es aus, wenn man etwas in der Griff-Folge versehentlich verändert hat. Ich habe 1990 in einem 5TK erlebt, dass die JSJ-Lehrerin bei einer Demonstration einen bestimmten Spezialstrom geben wollte, den sie nicht auswendig konnte. Hilfreich gab ihr jemand die eigene Aufzeichnung und sie fing an zu strömen. Aber mittendrin brach sie ab, weil irgendwas nicht stimmte. "Es fließt nicht!", sagte sie, holte ihre eigenen Unterlagen und stellte fest, dass in den Aufzeichnungen der Teilnehmerin Fehler waren. Sie erklärte damals dazu, dass wir auf diese Weise sehr wohl die Energie in die falsche Richtung schicken können, was den Erfolg schmälert oder verhindert.
Wenn man also einen Fehler bemerkt, geht man einfach zum letzten richtigen Schritt zurück, hält ihn, bis es wieder pulsiert, und macht von da aus weiter. Tragisch ist das meistens überhaupt nicht. Wenn ich mal bei einem Strom nicht weiter weiß und keine Unterlagen zur Hand habe, höre ich einfach da auf, wo ich noch sicher bin - oder ich überspringe einen Schritt, wie Christa schon schrieb.
Bei Mary hört sich das beim Magenstrom in Selbsthilfebuch 2 so an:
"Bedenken Sie stets, dass Sie jeden Schritt, den Sie nicht ohne weiteres erreichen können, überspringen können, um zum nächsten angenehmen Schritt überzugehen." (S. 43)
"Teilen Sie einfach Ihre Zeit [
die Sie für das Strömen zur Verfügung haben] zwischen den sieben Schritten auf. Wenn die 'zugeteilte' Zeit um ist oder wenn Sie den Rhythmus des Universums spüren [
es pulsiert rgelmäßig unter beiden Händen], gehen Sie einfach zum nächsten Schritt über. Auch hier brauchen Sie nur die Schritte anzuwenden, die Ihnen besonders angenehm sind, denn eben diese bilden vielleicht die 'veränderte' oder 'individualisierte' Sequenz, die Ihr Körper gerade braucht." (S. 45)
"Es gibt dabei keine steifen Regeln.(*) Passen Sie die Sequenz Ihrer eigenen Bequemlichkeit und Ihren Bedürfnissen an. Wenn Ihnen zum Beispiel einer der 'Schritte' besonders 'belebend' scheint, können Sie einfach dazu übergehen, ihn im Rahmen Ihrer LEBENSkunst zu Ihrer 'speziellen' belebenden 'Kurzübung' zu machen. Die LEBENSkunst ist einfach, und Sie selbst sind der Künstler." (S. 41)
Sie hat allerdings nie dazu ermuntert, andere SES nach Gutdünken in eine Sequenz einzufügen, wie es bei dem o. a. Erlebnis versehentlich geschehen war. Das gehört wohl zur "Treue zu den überbrachten Vorgehensweisen dieser Kunst", damit "das wahre Konzept der Kunst" nicht wieder verlorengeht. (Text 2, S. 1)
Lieben Gruß!
Nirbheeti
- (*) Mary unterscheidet "rules and regulations" von "LAW", d. h. die von Menschen aufgestellten Regeln und Vorschriften von den universellen Gesetzmäßigkeiten. Das steckt wohl auch hinter der Bedeutung der 21: tiefgründig(e Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten bringt uns gleichzeitig) Sicherheit (und lässt uns) entkommen aus geistiger Gefangenschaft (die z. B. durch Regeln und Vorschriften entstanden sein kann).