Regenspaziergang
Verfasst: 17. Oktober 2010, 13:44
Wie ich bereits bei meiner Vorstellung gesagt habe, will ich euch gerne auf Reisen mitnehmen.
Meine Reisen sind kurz. Es können Momente sein, Erfahrungen, Erinnerungen oder so wie heute ein einfacher Spaziergang.
In der Küche richt es nach einem Sud aus Ingwer, Anis, Piment, rosa Pfeffer, Kardamom, Zimt und Nelken mit dem ich mir gerade einen Chai aufgebrüht habe, der nun in meiner Teekanne auf dem Stövchen warmgehalten wird bis ich wieder komme.
Horst bringt mir seine Leine, das tägliche Zeichen zum Aufbruch.
Ich öffne die Haustüre und trete in die kühle noch dunkle Luft hinaus. Die Straßenlampen brennen noch und zeigen im Nebel ein gebrochenes Licht mit einem runden Schein.
Ich laufe auf der Straße an den 7 Häusern vorbei und komme auf einen Feldweg.
Ich lasse Horst von der Leine und er rennt mit tiefer Nase die Wiese ab – ließt wer heute Nacht alles da war und sammelt Gerüche, in regelmäßigen Abstand schaut er sich nach mir um und läuft dann wieder ein Stück voraus. Ich richte meinen Kragen auf, damit die Kälte nicht unter meine Jacke kriechen kann. Links und rechts von mir strecken sich am Waldrand Wiesen entlang die momentan nur als dunkle Flächen vor mir liegen. Ich mache einen Bogen und komme zu einer kleinen Baumgruppe die von wilden Hecken geschützt dastehen. Brombeeren, Schlehen und Hagebutten leuchten mir entgegen. Davor ist eine Bank, sie zeigt den Weg zurück ins Dorf. Gerade gehen die Lampen aus. Ich setzte mich auf die nachtfeuchte Bank aus schwerem Holz. Ich nehme die Droschkenkutscher Haltung ein. Horst hat sich in der Zwischenzeit neben mich auf die Bank gesetzt und schaut mit aufgestellten Ohren wie der kommenden Tag langsam mit einem hellem Schimmer die Silhouetten vom Dorf und der Landschaft zeichnet.
Ich gehe in mich und beginne mit meinem Mentaltraining. Irgendwann legt Horst seinen Kopf auf meinen Schenkel und atmet tief durch, ich spüre wie auch er sich entspannt. Alles ist eins.
Behutsam löse ich mich aus dieser Erfahrung und öffne die Augen. Jetzt ist es hell und der Tag hat begonnen. Gemeinsam gehen wir den Weg weiter und kommen in einen Wald. Am Rand die Brombeeren leuchten mit ihren Blättern im warmen rot.Der leicht Wind läßt sie freundlich winken. Vereinzelt finde ich noch ausgereifte Früchte, die zwar kalt auf der Zunge zu spüren sind aber dann einen süßen Geschmack hinterlassen. Der Weg unter mir ist nun geschottert und die Steinchen knistern leise wenn ich darüber gehe.
Im Wald rieche ich das feuchte Laub das wie ein großer bunter Teppich mit seinen gelb und braunen Tönen naßglänzend vor mir liegt. Der Nebel hat es nicht in den Wald geschafft, dafür sind die nun herbstlich gefärbten Gräser und Farne am Wegrand mit feinen Wassertröpfchen benetzt. Ich muß an eine Perlenkette denken – was mit einem Sandkorn beginnt...
Ich laufe weiter zu meinem Lieblingsplatz, unter mir spüre ich weichen Waldboden aus Laub, Nadeln und Moos. Ich nehme den modrigen Geruch bewusst wahr und atme tief ein. Alles ist eins. Ich setzte mich auf einen liegenden Baum. Spüre seine raue Rinde, die Furchen und das Moos das jetzt seine im Sommer hellgrünen Triebe in ein tiefes Grün gefärbt hat.An der Schnittfläche kann man deutlich die Jahresringe sehen, was hat dieser Baum alles erlebt? Jetzt setzten sich Pilze an ihm fest und zersetzten in genauso wie die Maden und Larven unter der Rinde. Hin und wieder tanzen Blätter von dem Bäumen um mich rum, fällt eine Eichel ins Laubbett federt hoch um dann entgültig weich zu landen, klappert eine Kastanie an Ästen vorbei ins Laub um sich dann zu öffen und sich den Tieren als Futter darzubieten. Alles ist eins. Von ferne höre ich einen Eichelherr die restlichen Bewohner des Waldes vor mir warnend rufen. Ein leichter Regen setzt ein. Ich höre wie die Regentropfen hernieder fallen und muß an ein Lied von Pe Werner denken
„Ich könnte stundenlang im warmen Sommerregen stehn
pudelnaß bis auf die Knochen
egal – was macht das schon
mir schwimmt kein Fell davon
denn ich bin mir nah
Regen – spiel dein Blattkonzert
Regen – mach mich unbeschwert
Regen – wasch mich rein
Wie die Tropfen in den Pfützen tanzen
als gäbe´es keinen Grund zu Traurigsein
hüpfen auf und ab
springen von Blatt zu Blatt
sie müssen Akrobaten sein.
Summend beginne ich meine Betreuer Ströme zu strömen. Spüre dabei die Wärme die in mir Aufsteigt und wie die nassen Tropfen anfangen mein Gesicht zu streicheln während sie herabgleiten. Danach kehre ich um, komme an der Wiese vorbei auf der am letzten Wochenende Kinder lachend ihre selbstgebastelten Drachen in die Lüfte steigen ließen. Mir zeichnet sich ein Lächeln auf mein Gesicht. Daheim gieße ich mir einen heißen Chai ein und gieße Milch dazu während Horst sich auf seinem Platz lümmelt und beginnt an einem Knochen zu nagen.
Trüber Regentag ??? Nicht wenn man genau hinsieht, hinhört, und ihn schmeckt.
Meine Reisen sind kurz. Es können Momente sein, Erfahrungen, Erinnerungen oder so wie heute ein einfacher Spaziergang.
In der Küche richt es nach einem Sud aus Ingwer, Anis, Piment, rosa Pfeffer, Kardamom, Zimt und Nelken mit dem ich mir gerade einen Chai aufgebrüht habe, der nun in meiner Teekanne auf dem Stövchen warmgehalten wird bis ich wieder komme.
Horst bringt mir seine Leine, das tägliche Zeichen zum Aufbruch.
Ich öffne die Haustüre und trete in die kühle noch dunkle Luft hinaus. Die Straßenlampen brennen noch und zeigen im Nebel ein gebrochenes Licht mit einem runden Schein.
Ich laufe auf der Straße an den 7 Häusern vorbei und komme auf einen Feldweg.
Ich lasse Horst von der Leine und er rennt mit tiefer Nase die Wiese ab – ließt wer heute Nacht alles da war und sammelt Gerüche, in regelmäßigen Abstand schaut er sich nach mir um und läuft dann wieder ein Stück voraus. Ich richte meinen Kragen auf, damit die Kälte nicht unter meine Jacke kriechen kann. Links und rechts von mir strecken sich am Waldrand Wiesen entlang die momentan nur als dunkle Flächen vor mir liegen. Ich mache einen Bogen und komme zu einer kleinen Baumgruppe die von wilden Hecken geschützt dastehen. Brombeeren, Schlehen und Hagebutten leuchten mir entgegen. Davor ist eine Bank, sie zeigt den Weg zurück ins Dorf. Gerade gehen die Lampen aus. Ich setzte mich auf die nachtfeuchte Bank aus schwerem Holz. Ich nehme die Droschkenkutscher Haltung ein. Horst hat sich in der Zwischenzeit neben mich auf die Bank gesetzt und schaut mit aufgestellten Ohren wie der kommenden Tag langsam mit einem hellem Schimmer die Silhouetten vom Dorf und der Landschaft zeichnet.
Ich gehe in mich und beginne mit meinem Mentaltraining. Irgendwann legt Horst seinen Kopf auf meinen Schenkel und atmet tief durch, ich spüre wie auch er sich entspannt. Alles ist eins.
Behutsam löse ich mich aus dieser Erfahrung und öffne die Augen. Jetzt ist es hell und der Tag hat begonnen. Gemeinsam gehen wir den Weg weiter und kommen in einen Wald. Am Rand die Brombeeren leuchten mit ihren Blättern im warmen rot.Der leicht Wind läßt sie freundlich winken. Vereinzelt finde ich noch ausgereifte Früchte, die zwar kalt auf der Zunge zu spüren sind aber dann einen süßen Geschmack hinterlassen. Der Weg unter mir ist nun geschottert und die Steinchen knistern leise wenn ich darüber gehe.
Im Wald rieche ich das feuchte Laub das wie ein großer bunter Teppich mit seinen gelb und braunen Tönen naßglänzend vor mir liegt. Der Nebel hat es nicht in den Wald geschafft, dafür sind die nun herbstlich gefärbten Gräser und Farne am Wegrand mit feinen Wassertröpfchen benetzt. Ich muß an eine Perlenkette denken – was mit einem Sandkorn beginnt...
Ich laufe weiter zu meinem Lieblingsplatz, unter mir spüre ich weichen Waldboden aus Laub, Nadeln und Moos. Ich nehme den modrigen Geruch bewusst wahr und atme tief ein. Alles ist eins. Ich setzte mich auf einen liegenden Baum. Spüre seine raue Rinde, die Furchen und das Moos das jetzt seine im Sommer hellgrünen Triebe in ein tiefes Grün gefärbt hat.An der Schnittfläche kann man deutlich die Jahresringe sehen, was hat dieser Baum alles erlebt? Jetzt setzten sich Pilze an ihm fest und zersetzten in genauso wie die Maden und Larven unter der Rinde. Hin und wieder tanzen Blätter von dem Bäumen um mich rum, fällt eine Eichel ins Laubbett federt hoch um dann entgültig weich zu landen, klappert eine Kastanie an Ästen vorbei ins Laub um sich dann zu öffen und sich den Tieren als Futter darzubieten. Alles ist eins. Von ferne höre ich einen Eichelherr die restlichen Bewohner des Waldes vor mir warnend rufen. Ein leichter Regen setzt ein. Ich höre wie die Regentropfen hernieder fallen und muß an ein Lied von Pe Werner denken
„Ich könnte stundenlang im warmen Sommerregen stehn
pudelnaß bis auf die Knochen
egal – was macht das schon
mir schwimmt kein Fell davon
denn ich bin mir nah
Regen – spiel dein Blattkonzert
Regen – mach mich unbeschwert
Regen – wasch mich rein
Wie die Tropfen in den Pfützen tanzen
als gäbe´es keinen Grund zu Traurigsein
hüpfen auf und ab
springen von Blatt zu Blatt
sie müssen Akrobaten sein.
Summend beginne ich meine Betreuer Ströme zu strömen. Spüre dabei die Wärme die in mir Aufsteigt und wie die nassen Tropfen anfangen mein Gesicht zu streicheln während sie herabgleiten. Danach kehre ich um, komme an der Wiese vorbei auf der am letzten Wochenende Kinder lachend ihre selbstgebastelten Drachen in die Lüfte steigen ließen. Mir zeichnet sich ein Lächeln auf mein Gesicht. Daheim gieße ich mir einen heißen Chai ein und gieße Milch dazu während Horst sich auf seinem Platz lümmelt und beginnt an einem Knochen zu nagen.
Trüber Regentag ??? Nicht wenn man genau hinsieht, hinhört, und ihn schmeckt.