Liebe Sanara,
mal wieder berührt mich Dein Weg sehr - auch weil da so einiges an Resonanz da ist.
Alle äußeren "Spiegel" haben mir gezeigt, was in mir selbst los ist. Bei anderen konnte ich immer sehr schnell sehen und wahrnehmen, was da brodeln könnte, welche Themen sich verbergen. Nur meins war mir sehr fremd, tief vergraben und verdrängt.
Wir alle haben die Teile in uns, die wir verdrängt haben. Zu einem Zeitpunkt, war es für unser (Über-)Leben sicherer und besser, den Teil abzuspalten, zu vergraben, zu ignoriern, zu töten. Auf dem Weg zu uns selbst kommt ein Teilchen nach dem anderen zu uns zurück - in Schritten. Und der Spiegel im außen erinnert uns immer wieder daran, und gibt uns die Chance, ob wir nun bereit sind zu uns ein Stück zurückzukehren und den Teil wieder anzunehmen.
Es ist ganz normal, dass wir alle bei uns blindspots haben, die wir (noch) nicht wahrnehmen, da es zu schmerzhaft/angstvoll/"schlimm" ist und wir's noch nicht atmen können.
C.G. Jung hat geschrieben: Ich + Schatten = Selbst. Und der Schatten ist das Fremde in uns. Und gleichzeitig ist in uns Frauen der Mann/Junge/Animus das Fremde, auch daher ist deine nächtliche Geburt ein wunderbares Geschenk.
(Sie erinnert mich an den Jungen der letzten Winter zu mir kam.)
Wie wenig ich diesen "fremden" Teil in mir nicht nehmen wollte und konnte aus Angst vor diesem Schmerz und davor mit ihm abgelehnt zu werden, damit allein dazustehen (was ja zuvor der Fall war).
Mut hatte ich gar nicht... es brach auf, ohne daß ich etwas dagegen tun konnte. Ich hatte wirklich keine Kontrolle darüber... mir war alles egal.
Anfangs denken wir, wir seien ein Reiter auf einem Pferd. Dann, wenn es Zeit ist, bahnt sich das wilde Pferd des Unbewussten den Weg, über unsere Kontrollen hinweg, es ist viel stärker als der Reiter unseres Bewusstseins. Es schmeist uns vermeintlich aus dem Sattel und trägt dabei uns schwer verwundte Reiter dabei oft nur nach Hause zurück in den Stall, und irgendwann merken wir, wir sind auch das Pferd, wir sind Zentauri.
Ja, Vergebung ist eine wunderbare Sache, sie befreit.
Letzten Herbst/Winter hatte ich beim Strömen mit dem Lied Sanctuary (ich erwähnte es schon mal am 9.1.13 in diesem Thread

) genau gespürt: da ist diese entscheidende Wunde, eine Verletzung, die ich (mir selbst) nicht vergeben konnte, eine geschlossene Tür an der ich über die Jahre immer mal wieder vorbeikomme. Es war ein Teil von mir, den ich abgeschnitten habe, damit ich von meiner Mutter geliebt werde.
In den letzten Wochen mit den vielen Veränderungen, dem LuFE-Strömen, bin ich wieder an die Schwelle dieser Tür gekommen, es hat angeklopft - ob ich wirklich bereit bin, vorbehaltlos ja zu mir zu sagen - und dieses mal bin ich auf die andere Seite der Türe gegangen, konnt ich's annehmen und mir vergeben.
Fühl mich ganzer, erleichtert und befreit, nun kann die alte Wunde heilen und das
![katze [katze]](./images/smilies/katze.gif)
ist wieder in meinem Boot.
Da für mich die Platte & das Lied dabei so wichtig war, hier noch ein Link zu einem Interview dazu:
http://www.youtube.com/watch?v=DsNB9vcNQT0
Das das Geschenk des Lebens gerade am Tag der Beerdigung Deines Großvaters zu Dir kommt, ist für mich fast klassisch. Geburt und Tod liegen in einem System ganz eng beieinander. Es ist ja oft auch so, dass wenn in einem System einer stirbt, bald darauf neues Leben kommt.
Ja, Du kannst alle Deine Schmerzen auflösen.
Du bist frei. Ich bin frei. Wir sind frei.
AnnSophie.
PS: Ich frag mich ja, ob Du bald Deine Signatur änderst?