Liebe sanara!
sanara hat geschrieben:
auch ich habe diesen Bericht hier mit großen Interesse gelesen und muss sagen, liebe Morgensonne, ich finde es wunderbar, wie Du hier reagiert hast, als du die ganzen Alarmglocken gehört hast und auch das Stopp aller akzeptierst.
Danke dir.

Vor allem danke ich dir für dein Vertrauen, uns deine Geschichte so offen zu erzählen.
Ich muss sagen, ich hab mich da in vielen Dingen wiedergefunden.
Hat mich sehr berührt.
Genau diese Aufopferung hat zum Großteil dazu beigetragen, dass ich heute so krank bin.
Abgesehen davon, dass ich meinem Neffen helfen wollte - und das, weil JSJ uns so viel erkennen lässt und gesundwerden lässt - vor allem seelisch (ich wusste eben nicht, dass man auch was falsch machen kann) - halte ich mich mit Hilfe sehr zurück - ich hab daraus gelernt.
Und stimmt, anfangs hab ich auch jedem von JSJ erzählen wollen^^ - heute hüte ich das Wissen wie einen Schatz und wähle gut und genau, wem ich davon erzähle.
Ich hab mein Helfersyndrom schon recht gut abgestreift (denke ich).
Ich hab meiner Familie auch von klein auf immer geholfen - das (so gehe ich heute davon aus) um geliebt zu werden. Ich war die jüngste und wollt nur ein bisschen Liebe und Aufmerksamkeit (ich war nicht gewollt).
So wurde nach und nach jeder Ballast auf mir abgeladen, jede Verantwortung - je älter ich wurde - auf mich abgewältzt, jede Energie aus mir rausgesogen. Bis zur völligen Erschöpfung und Verlust des Sinnes im Leben.
Da hab ich mich aus eigener Kraft (dauerte allerdings etwas länger) rausgeholt und hab vor fünf Jahren einen Neunanfang gestartet.
Früher war ich wie eine freie Energiequelle, an der jeder anzapfen durfte. Heute lasse ich das nicht mehr zu. Habe damit viele vor den Kopf gestoßen, die wieder wie selbstverständlich anzapfen wollten (ohne zurückzugeben).
Deswegen bin ich euch hier dankbar, die ihr mich warnt, etwas zu gut zu meinen (und eventuell wieder auszubrennen). Einerseits nicht wieder in den alten Trott zu verfallen, andererseits vor den Gefahren zu warnen, dass auch etwas schief gehen kann. Depression darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Und nachdem ich *zu mir* gekommen bin, den Schock, dass mein Neffe depressiv ist, überwunden habe, hab ich mir selbst auch zugestanden, dass ich nicht in der Lage bin, ihm Heilung zu verschaffen.
Und es ist wieder so: ich will helfen - um Hilfe bitte ich aber nicht.
Dieses Verhältnis gilt es auch zu harmonisieren
Fühl dich umarmt, liebe sanara.
Liebe Grüße
Morgensonne