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Verfasst: 22. November 2008, 09:48
von Panthera
shangri hat geschrieben:: 5
Den Allerkleinsten die noch viel zu klein zum Tröten sind
Muß man den Rüssel an den Vorderschwanz dranlöten blind-
lings gehen sie sonst alle hundert Meter flöten
und bringen im Unterholz die Schlangen zum Erröten :oops:


Hat Dich da mein Haiku inspiriert zu den Schlangengedanken ;) ??
Ich kenne die Sängerin nicht --- ist das ein Kinderlied?
ich erinnere mich gerade an die Elefantenparade aus dem Dschungelbuch ... ...

Vllt. sind wir hier auch so ne Parade ... Neptunia ist Admiral Hatiri (oder Oberst Hati) oder wie der heisst ... dann kommen die anderen Grossen Elefanten und relativ zum Schluss komm ich bspw ... also der Wolfselefant ... :mrgreen:




ps. Ich freue mich schon auf Dein erstes Haiku Shangri :D !!!

Verfasst: 22. November 2008, 12:49
von neptunia
meine lieben,

bei der recherche für den haiku-wettbewerb habe ich eine äußerst geniale seite gefunden, die wirklich alles wichtige zu dieser gedichts-kunstform (denn es ist mehr als nur 5-7-5) sehr unterhaltsam beschreibt.

laßt euch hiervon inspirieren: HAIKUHAIKU

und das weisheitszahnorakel prophezeit mir:
ein Zweig wippt aufwärts
nachdem die Schneelast gefallen

aber das nur am rande ;)

lieber gruß
von neptunia!

Verfasst: 22. November 2008, 16:21
von Klee
Erklärt mir mal bitte, ist bei einem Haiku noch mehr zu beachten als die Silben 5-7-5.

Und gibt es noch andere Silbenhaikus 3-5-3 z.b.??

Danke Euch
Elke

Verfasst: 22. November 2008, 19:28
von neptunia
liebes elkchen,

du kannst auf den link im beitrag über dir klicken, oder hier mit ein paar ganz kompakt zusammengefassten infos vorlieb nehmen ;)

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das klassische haiku hat im deutschen genau diese 5-7-5 silben anordnung, diese sollten möglichst rhythmisch klingen.
inhaltlich geht es streng genommen um natur, zum beispiel die wahrnehmung von fallendem laub, dem schreien der möwen, etc.
und jetzt der trick: es sind zwei aspekte, die in ein haiku zusammengefaßt werden: also z.b. der schrei der möwen und das gefühl des sands zwischen den zehen.
das haiku sollte den leser mit auf eine reise nehmen und nicht eine abgeschlossene wahrnehmung des schreibers sein ...

hier das wohl berühmteste beispiel von matsuo basho:

Der alte Weiher:
Ein Frosch springt hinein.
Oh! Das Geräusch des Wassers.


okay, das klingt alles ein wenig kompliziert - und man muß sich natürlich nicht sklavisch daran halten. ich denke, man merkt sofort, ob die worte eines haikus eine klangliche und emotionale melodie ergeben! und: übung macht den meister ;)

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es gibt aber auch noch andere formen, die mit dem haiku verwandt sind. da ist zum beispiel das senryu - es ist genauso wie das haiku aufgebaut (also 5-7-5 silben), befaßt sich aber mit persönlichen wahrnehmungen und gedanken.

ein beispiel von hans-jürgen murer:

Ein Meer von Trauer.
Zu Schiffbrüchigen werden
Meine Gefühle.


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dann gibt es noch "tanka", eigentlich vorläufer des eleganten haikus. beim tanka sind es mehr silben, die man verwenden kann, in der regel drei zeilen mit 5-7-5 silben und dann zwei weitere zeilen mit jeweils 7 silben.
inhaltlich geht es in tankas um vergänglichkeit, um die veränglichkeit der liebe und wird ursprünglich als lied im tzeremoniellen rahmen rezitiert.

ein beispiel aus dem manyoshu (eine gedichtsammlung um 760):

Im Sturm des Herbstes
die Berge überfliegt dort
der Schrei der Wildgans,

die in die Ferne fortzieht,
in Wolken tief verborgen.


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und schließlich gibt es noch das kyoka, das verrückte gedicht. es hat ebenfalls die tanka-form (5-7-5 7-7), aber inhaltlich geht es wild zu. gegenstände, die nichts miteinander zu tun haben, kommen darin vor - es geht um unterhaltung und parodien, also ein unernstes tanka oder haiku.

und auch hier das beispiel von ariwara no muneyana:

Der Herbstwind hat
die Chrysanthemenknospen
aufgebrochen;
es singt die Grille:
"Näh sie wieder zu!"


oder von ota nampo:

In dieser Welt, so sagt man,
Sind Liebe und Sake
Unsere Feinde
Ich hoffe sehr, ihnen
Von Angesicht zu Angesicht zu begegnen.





so. mit dieser jetzt doch längeren ausführung laß ich euch an diesem verschneiten samstagabend alleine und genehmige mir den ersten glühwein der saison!
hickst neptunia

Verfasst: 22. November 2008, 20:11
von Panthera
Bei dem Konsum an 15 ern hier im Forum, schätze ich mal, dass sich das Kyoka sehr etablieren wird!

Danke für Deine Erläuterungen liebes Wasserwesen --- dafür ein Dreifach hoch und ein:

Kyoka auf Wasserwesen

Neptunia glüht
Vor Begeisterung und Wein
zu Winteranfang.

Für Nixen ist stets Saison
im strömenden Element!!!

Verfasst: 23. November 2008, 09:17
von shangri
Wolfsfrau hat geschrieben:Hat Dich da mein Haiku inspiriert zu den Schlangengedanken ;) ??
Ich kenne die Sängerin nicht --- ist das ein Kinderlied?
ich kann es garnicht sagen, vielleicht war es Deine Schlange, irgendwie sind mir auf einmal Judiths Elefanten eingefallen.
Judith Holofernes ist die Sängerin und Texterin von Wir sind Helden. Die Musik muss nicht jedermann gefallen, aber ich halte Judith für die derzeit größte Lyrikerin in der deutschen Popmusik.
Auf einem Konzert im April habe ich allerdings auch festgestellt, dass ich schon etwas älter bin als der Durchschnittsfan, aber das macht nix ;-)

Jetzt aber wieder on-topic:
Bis ich mein erstes Haiku schreibe, muss ich wohl noch intensiv an meiner etwas blockierten 10 arbeiten. Aber wer weiß, was die Zukunft noch bringt :lol:

Verfasst: 23. November 2008, 10:57
von Ernestine
Und nun der heutige Wetterbericht als Haiku:


In den Himmel schau
Schnee ganz sacht aus Wolken fällt
Und mein Herz wird warm

Eure Tina

Verfasst: 23. November 2008, 14:21
von neptunia
liebe wolfsfrau, ich bin gar schröcklich geehrt! :oops: (ob die rote nase vom glühwein oder aus scham glüht - das lasse ich mal dahin gestellt ;) )

tina, das ist seeeehr japanisch! genial!

Verfasst: 24. November 2008, 08:49
von Ernestine
neptunia, ich bin genial :lol:. man merkt es nur net immer sofort *kicher.

Verfasst: 27. November 2008, 20:31
von Margherita
Manchmal, wenn ich unterwegs bin und mir was Bemerkenswertes begegnet, hab ich schon oft gedacht, das müsste man festhalten können.
Eine Kamera wäre doch gut dabeizuhaben. Habe ich mal eine dabei und mache ein Bild davon, ist es meist im Nachhinein nicht mehr so aufregend. :(
Nun habe ich dank diesem Forum das Haiku entdeckt. Hätte mich vor Monaten jemand gefragt, was ist ein Haiku, hätte ich wohl geantwortet: öööhh ... eine asiatische Kampfsportart, oder so. :lol:
Danke Wolfsfrau für deine Inspiration.

Hier noch mein heutiges Haiku:

Elfengeschmeide
im eisigen Morgenhauch
vergänglich gewebt

Verfasst: 27. November 2008, 21:12
von Panthera
Danke für Deinen Schnappschuss mit Worten :D liebe Margherita --- ein schönes Bild!

Wolfsfrau

Verfasst: 28. November 2008, 10:29
von Margherita
Zum heutigen Tag Folgendes:

Nebelschleier hüllt
Bäume in weisse Spitzen
klirrende Kälte


Liebe Grüsse
Margherita

Verfasst: 28. November 2008, 17:53
von Ernestine
Schnee taut leider schon
Von den Bäumen tropft es nass
Novemberwetter!

Das mit den Haikus wird schon zur Sucht. Ich seh was, und schon fängt mein Hirn an zu arbeiten. Aber Spaß macht es!!!!!

Gruß aus dem Süden, Tina

Verfasst: 29. November 2008, 15:19
von Margherita
Hallo Tina

Ja, so geht's mir auch :D

Einen Gruss von noch weiter südlich, mal wieder im Sonnenschein, nicht nur im Nebel :)

Margherita

Verfasst: 29. November 2008, 15:56
von Klee
@Tina...

deine Wetterberichte werden poetischer...*dahinschmelz*

Nebel hängt im Tal
vom Dach tropft leise der Schnee
bin in Gedanken