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Verfasst: 6. Dezember 2008, 13:18
von Panthera
Werde einfach ab und zu hier ein GEdicht einstellen von mir ; möchte nicht für jedes einen neuen Thread aufmachen.

Vom Bratenvom Apfel und vom Riechen

Der junge Barde hat den Braten gerochen -
kommt zerknittert aus Gänsefedern gekrochen.
Nimmt seine Klampfe und fasst sich ein Herz:
Reitet auf einem PS burgenwärts.

Dort herrscht schon eifriges Gewimmel:
Mitten im buntesten Getümmel
Die holde Frohbotschaft erklingt:
DES BURGHERREN TOCHTER HEUTE ERRINGT,

WER DEN GÜLDENEN APFEL SCHIESST,
der vor dem Burggraben aufgespiesst!

Die Tochter des Burgherren, welch ein Lohn!
Das wäre ein Traum für Armer-Leute-Sohn.
Er reiht sich in die Schlange ein ---
Als Neunzigster wird an der Reihe er sein.

Die Sonne vom stahlblauen Himmel sie brennt
Er sitzt auf einem Felsen - nichts mehr ihn trennt
Von der ersehnten Feen-Gleichen -
In sanften Träumen schwebt sie unter Eichen ....

Sie schwebt mit ihm auf seinem Schimmel
ein in den schönen siebten

Stock eines Hochhauses in einer deutschen Kleinstadt.
Gerade hat sie ihr Feenkleid ausgezogen und eine
Geblümte Kittelschürze übergezogen.
Ihre Haare ...
...hatten sie diesen Silberschimmer
Auch vorher schon im Eichenhain?

Als sie sich über ihn beugt
Riecht sie nach Wick-Medi-Night
Und röchelt ein wenig
Als sie ihm ins Ohr flüstert

"Aufwachen ... Der Braten ist fertig"

Verfasst: 8. Dezember 2008, 13:57
von neptunia
:D ich weiß nicht, was ist der traum und was ist realität? ;)

Verfasst: 19. Dezember 2008, 23:11
von Panthera
Faden aufwickeln

Weltraumfahrer ---
Wir sind Ausserirdische.
Mit grossen Augen
umkreisen wir
unseren Heimatplaneten
tausende Male

Wo ist die Einladung
zum Landen
Wer hat die Zeichen
für unsere Seele gemalt

°°OOooOO°°

in den Wüstensand
oder
am Strand des Meeres

In Vogelschwärmen landen
wir
laut kreischend
Wolken jagend und
Schiffsabfälle

So scheu sind wir
dass
ein einzelner Wanderer uns
auffliegen lässt

Wir sind Heimatlose
Sehnsucher
Wanderer
unter fremden Sternen

Wo trägt die Erde unsere
innersten Farben?
Die
die wir erkennen

Ockerrot und grüngemusterte
Augensteine aus Kreta
und ein
Stein geformt wie der
Minotaurus

Atlantik
Du wilder Geist
hast mir diesen ans Ufer
gespült

Dem roten Faden folgen
der sich aus
mir herausspinnt
wenn die Fenster weit geöffnet
sind und die Federn fliegen

Huh
Frau Holle
hab Deine Freude an mir
Ich höre Dein zahnloses Kichern
Alte Hollunderin

Wolfsfrau - Sommer 2008

Verfasst: 20. Dezember 2008, 11:27
von juana
DANKE, liebe Wolfsfrau !
Deine Worte haben so viel Tiefe sind eine wunderschöne Bereicherung !

Ju
.

Der Brunnen der Wandlung - ein Abschied

Verfasst: 28. Dezember 2008, 15:51
von Panthera
Danke juana, ich freue mich, wenn meine Worte berühren. Bei diesem Gedicht eben waren die Fenster weit offen ... ...

Ganz woanders kommt diese Erzählung her ... sie handelt von einem Abschied, einem der vielen im Laufe eines Lebens. Sie handelt davon, wie Liebe ihre Flügel verliert ... und Mensch wieder Mensch wird ... einzeln ... und anscheinend allein.

Der Brunnen der Wandlung

Es war einmal eine Zeit im Laufe der Ewigkeiten , als die Vorhänge zwischen den Welten dünner waren als sonst. Das kommt äusserst häufig vor ... manchmal merkt es niemand. Dann schlüpft nur unbemerkt ein kleiner Schmetterling durch den Riss zwischen den Zeiten. Manchmal ergreift der Zauber zwei Menschen, so wie in dieser Geschichte und dies für einige wundervolle Monde lang.

Angefangen hat es alles ganz einfach mit einem Waldspaziergang des Menschenmädchens. Sie war ein sehr verträumter Mensch und das laute Getriebe unter den Menschen hatte ihr nie viel abgegeben. Früh hatte sie angefangen in der Natur zu sein und mit Wolken und Tieren zu sprechen. Fast schien es ihr, als erinnere sie sich selber mal eines gewesen zu sein.

So träumte sie eines Tages wieder vor sich hin und dieser Tag war für sie gesegnet von der grossen Göttin .
Es ist dies die Mutter aller Dinge , allen Lebens von der wir kommen. So wanderte Li im Walde und kam an einen Brunnen , den die Menschen seit Urzeiten "Brunnen der Wandlung" nennen ; manche nannten ihn auch "Brunnen ohne Wiederkehr". Diesen Brunnen hatte sie noch nie dort gesehen und verzaubert setzte sie sich auf seinen Rand inmitten einer Lichtung.

Diese Lichtung im Wald war von Linden gesäumt und der wundervolle Geruch der blühenden Linden stieg ihr in die Nase, als sie dort sass und vor sich hin träumte. Sie liess sich vom Gesang der Rotkehlchen davontragen ... die ringum in den Büschen sassen und hatte die Augen geschlossen.

]Bild

Plötzlich merkte sie, wie sie ganz leicht wurde und an ihren Schulterblättern sich etwas öffnete ... ihr Gesicht sich verändre . Als sie den Brüdern und Schwestern Rotkehlchen mit einem frohen Zwitschern antwortete, wundere es sie gar nicht mehr, denn sie war selber ein Rotkehlchen geworden.

Froh hüpfte sie über die Lichtung und sprang zu einem hinauf, das besonders herzfreudig sang ... heiter und zugleich so tief berührend, dass die Freude und Zärtlichkeit zu diesem Bruder sie ganz von selber hinauftrugen auf den Lindenbaum. Sie tirrilierten um die Wette, erzählten sich die schönsten Vogelfabeln aus der Zeit, als die Welt gerade geboren worden war und überall seltsame grosse Wesen aus riesigen Eiern heraus geboren wurden. Als die Bäume miteinander sprechen konnten und goldene Wellen an die Ufer längst vergangener Zeiten schlugen.

Abends gingen sie zusammen schlafen in einem gemeinsamen Nest und morgens weckte eins das andere mit einem Gesang so schön, dass die Sonne selber für einen Herzschlag wünschte ein Vogel zu sein. Li hatte ganz vergessen einmal ein Menschenmädchen gewesen zu sein - so sehr erfreute sie das gemeinsame Leben mit ihrem Bruder bei den Rotkehlchen. Manchmal wurde sie nachts von Träumen geplagt, die sie seltsam schwermütig machten und dann war der Tag beschattet von der Erinnerung an ein Leben ohne diese Leichtigkeit.

Auch ihr Bruder war einst ein Mensch gewesen --- doch das lag noch lälnger zurück und er erinnerte sich fast nicht mehr daran.

Doch eines Tages kamen Neuigkeiten auf die Lichtung ... einige Spatzen brachten eine Botschaft aus dem Menschenreich und so musste Li zum Brunnen der Wandlung hinabfliegen und voller Schmerzen weider zu einem Menschen werden. Sie hatte einen Ruf aus dem Reich der Menschen vernommen


--- sie wurde dort gebraucht und eilte ihre Pflichten zu erfüllen.
Als sie zurückkam - nach Monaten - war die Lichtung herbstlich geworden . Rings um den Brunnen der Wandlung lagen Lindenblätter und der Rausch des Frühjahres war vergangen. Die Rotkehlchen wohnten noch immer dort und LI eilte sich am Brunnenrand zu sitzen und lange in das Wasser zu schauen. Sie verlor sich darin und verlor sich .... bis ihr abermals Flügel wuchsen ... und sie zurück springen konnte zu ihren Geschwistern, zu ihrem Bruder .


Die Geschwister waren alle da, hatten im Laufe des Sommers die Kinder grossgezogen, die im Frühjahr geboren worden waren. Li bewunderte deren schönes Federkleid und flog mit ihnen von Baum zu Baum. Wie wundervoll sie schon in die Lüfte steigen konnten. Insgeheim sehnte sie sich nach ihrem Bruder, mit dem sie so schön tirriliert hatte im Frühjahr --- wo war es nur?

Da hörte sie abends vom ältesten der Rotkehlchen, dass auch zu ihrem Bruder die Botschaft der Spatzen getragen worden war , er möge zurück zu den Seinen kommen .... er war eines Tages im August einfach verschwunden.

Li flog zu den Spatzen im Gebüsch und fragte um Auskunft . Die Spatzen machten ein solches Gezeter und redeten und schwatzten so durcheinander, dass Li dachte, sie würde nie eine Auskunft erhalten.

Doch ein ganz junger Spatz kam plötzlich angehüpft und erzählte Li, dass ihr Bruder zurück in die grosse Stadt gerufen worden war, wo ihn die Seinen brauchten. Ja, er werde mit Li dorthin fliegen --- nächsten Sonnenaufgang solle sie sich am Brunnen einfinden.

Aufgeregt klopfte Li's Herz, als sie anderntags mit dem kleinen Spatzen in die grosse Stadt flog. Ihr kleiner Vogelkörper kämpfte gegen den Gestank und den Lärm der Strassen an , doch sie bewältigte dies alles und landete schliesslich mit dem Spatzen auf einem Fensterbrett. Dort sei es gewesen sagte der Spatz --- von dort wäre der Ruf erschallt, dass der Bruder zurück müsse in die Stadt und ein Mensch sein.

Neugierig schaute Li durch das Fenster hinein --- sie sah nur eine dieser Menschenbehausungen, die sie ja aus ihrer eigenen Zeit als Mensch kannte. Nichts besonderes also.

Kein Mensch war zu sehen und erst recht kein Rotkehlchen. Da war Li sehr traurig und beschloss noch eine Nacht zu warten. Es war Abend und sie suchte sich im dichten Gebüsch einen Platz für die Nacht .

Anderntags flog sie wieder hinauf zum Fenster des Menschen. Dort sah sie ihn - denn obwohl er nun ein Mensch war meinte sie ihn sofort wieder an seiner fröhlichen und doch so traurigen Art, an seinem Singen zu erkennen ; denn das tat er ab und zu singen und auch pfeifen.
Freudig erregt, ihn hier wiederzusehen klopfte sie mit ihrem Schnabel feste gegen die Fensterscheibe. Er musste sie doch sehen ... . Fast schien es auch, als hätte der Mensch mal kurz in ihre Richtung geblickt und in diesem Moment malte die aufgehende Sonne einen roten Fleck auf seine Kehle.

Von ganzem Herzen sang Li da ein ergreifendes Lied , als sie den Bruder im Menschen erkannte.



Der Mensch schaute kurz in ihre Richtung und für den Augenblick eines Herzschlags fanden sich die beiden Pupillen ineinander --- die des Menschen und die des Rotkehlchens. Der Mensch stutzte einen Augenblick und meinte sich an etwas zu erinnern
,ein Gedicht ging ihm durch den Sinn .... wie vom Wind auf seine Lippen geweht ...

einmal in ferner zukunft
ich erinnere mich
fiele deine pupille in meine
und aus tiefstem grunde
von mensch und gesang
wüchse gold ....


woran erinnerten ihn diese Worte ... er sinnierte ...
doch da rief ihn schon seine Pflicht in den Alltag zurück . Er war Geschichtenerzählter und viele Menschen erfreuten sich an seinen Worten .... er nahm sein neues Manuskript heraus und vertiefte sich in seine Geschichten.

Da war Li sehr traurig und flog in den Wald zurück . Beim Brunnen der Wandlung legte sie ihr Volgelkleid ab und wurde zum Menschen.
Dies tat so weh diesmal, dass Li beschloss nicht mehr zurückzukommen.

Als Mensch konnte sie den Weg zum Bruder nicht gehen, denn dies war ihr verwehrt worden .
Nur manchmal, wenn die Sonne ihr rote Flecken auf die Kehle zeichnet erinnert sie sich an etwas , vor langer Zeit.

Wolfsfrau Februar 2007

Verfasst: 30. Dezember 2008, 16:17
von Panthera
Schwäne

... am gefrorenen Fluss.
Du liessest kleine Schwäne aus Papier
über das Eis gleiten
- gefaltet aus den Worten,
die ich nie gesprochen -
öffneten die sanften Flügel
schmale Schneisen
in der gefrorenen Luft.
Sternenstaub flirrt auf magischen Wegen
***
Manche Wunden dürfen bleiben
und eine Decke aus Weiss
hüllt sie sanft.
Wenn die Schneeschmelze ins Land geht
sieht die heimkehrende Schwalbe
Schneeglöckchen, getränkt aus geschmolzenem Eis

Stark

Verfasst: 1. Januar 2009, 13:44
von Subbamän
Hallo Frau Wolf



gratuliere


Buchstaben so aneinanderzureihen grenzt schon an höhere Grammatik


Danke


Kann mich in manchen Texten richtig drin verlieren, vertiefen
Oder wiederfinden


Bitte weiterso



höre mir öfters das dazupassende lied an
http://www.youtube.com/watch?v=qutnMVqQ1B8
Text sehr undeutschlich aber Melodie ist hörenswert

Verfasst: 2. Januar 2009, 10:20
von Panthera
Lieber Subbamän

Dankeschön , es freut mich, dass meine Texte berühren dürfen.
Wenn ich so freundliche "Spiegel" dazu erhalte, gibt mir das auch Mut, weiterzugehen und dies mein Schreiben als "Gabe" anzunehmen ... (was mir immer noch schwer fällt)

Wolfsfrau

Verfasst: 2. Januar 2009, 13:24
von Lilienthal
Liebe Wolfsfrau,

ich glaube, anderen geht es manchmal so wie mir - ich bin so bewegt von deinen Texten, daß ich gar nichts dazu sagen kann. Das heißt aber nicht, daß ich sie nicht genieße. Bitte mehr davon!

Liebe Grüße, Martina

Re: Über Ausnahmemenschen u. -zustände & den normalen Teller

Verfasst: 14. Januar 2009, 14:18
von Panthera
Danke liebe Lilie

Wolfsfrau

Onyxsterne

Verfasst: 14. Januar 2009, 14:19
von Panthera
Onyxsterne

Grüntürkisschillerde Wässer der Illusion
Sirenengesänge haben
Träume eingefangen
In ausgeworfenen Netzen
Die Beute ernährte Tausende
Ausgehungerter Herzen


dann

Schwarzgraumöndige Gewänder
Onyxsterne auf den Augen
Schlüssel verloren
Steigt sie ein in den
Eulentransporter treppauf
Durchs schmiedeeiserne Gitter
Wird sie gesehnt
Saturnische Felder voller
Abglanz
Einzig grün - : Die Kanne
Die keinen wachsenden Baum mehr tränkt


dann - mag sein

Die Welt klopft wieder an
Charlie Chaplin springt
Hinter Steinen
Hervor
Und sprengt mit
Seinen traurigen Schalkaugen
Das Tor
Akrobatische Höhenflüge auf
Gehärtetem
Spazierstock klopft Rhythmen auf
Granit


Onyxfrau bucht
Eulentransporter zurück
Charlie isst
Fahrkarte auf
So --- lauf ---

Weiter


juli 2006


Dies Gedicht - eines meiner ersten und in Liebeskummer geschrieben - war bemerkenswert.
Bemerkenswert insofern, als ich bis zu der Sequenz, als Charlie Chaplin am Friedhof auftaucht
einfach tieftraurig war .... richtig Heulendes Elend
Den Steptanz von Charlie Chaplin auf dem Grab habe ich dann inszeniert ... sprich ... den haben mir nicht die traurig-depressiven Gedanken geschickt. Den habe ich "hergeholt" sozusagen.
Und siehe da: Augenblicklich war das "Heulende Elend" beim Tanz mit Charlie Chaplin gleich leichter, gleich froher ...

Schreiben ist magisch!

Re: Über Ausnahmemenschen u. -zustände & den normalen Teller

Verfasst: 17. Januar 2009, 13:10
von neptunia
... wie ein kleiner seelenspaziergang hindurch durch ein tiefes tal. und dann mr. chaplin - du gehörst zu denen, die sagen können, charlie chaplin hat mich gerettet! ;)
schön.

lieber gruß
von neptunia

Heimkehr mit Bitterschokolade

Verfasst: 27. Januar 2009, 09:47
von Panthera
Der Schmerz mit Siebzehn
drohte mein Leben zu zerreissen.
Nun:
Nicht mehr als ein Stück Bitterschokolade:
Süss in der Erinnerung!


Eine Zeit später
begonnen in Hefte zu schreiben
- rose-weiss-gestreift -
um Gebrauchsanleitungen zu haben für "Leben"
Unvollendet ruhen sie
am Rande meiner Wahrnehmung.


Eine alte Föhre wächst
an Wegen voller Abgas
- dunkel geworden vor Unachtsamkeit.
Wie anmutig sich jeder Zweig
gegen die Morgendämmerung abhebt.
Selbst der zu kurz geratene
hat genau "seine" Form.


Heilende Pflicht darf es sein
wie ein Nachtwächter in meinen
Inneren Welten patrouillieren
und die Wohnungen von innen erleuchten.


Wie Heimkehr wird das schmecken
- Heimkehr mit Bitterschokolade
.

Stolzeste der Herbstblumen

Verfasst: 8. Februar 2009, 10:33
von Panthera
Heimkehr der Herbstblume

Die stolzeste der Herbstblumen - sie!
Trägt Ihr Haupt ... schwebend ...
Trägt Ihr Haupt ... einsam ...

So hast Du Dir das Ziel
deiner Reise
nicht vorgestellt!
NEIN!

Kapitänin auf eigenem Schiff
wolltest Du nie sein -
Es stünde Dir nicht zu!!

Nun übernimmt die andere das Ruder ,
die , die des nachts in Dir schlief ... eingerollt ...
und wohin sie Dich fahren wird
ist so ungewiss gewiss
wie die Einzige,
die uns alle küssen wird
von hier ... mit ihrem sanfteiskalten Mund

Noch fährt sie nur manchmal
kurz ab vom Kurs
und vergisst ... die Sternenkarte ....

Aber :
Du kennst sie -
Sie ist eine kleine Schwester des
letzten Liebhabers ---
eine der grausamsten!!!

Streckt ihre Pfoten nach Dir
und wird Dich zappeln lassen
wenn Du mitten im Mondenlicht - entsetzt
Deinen eigenen Namen vergisst!

Lässt Dich wieder los.
Oh täte sie es nicht!
Oh wäre sie gnädiger
und versetzte Dir alsbald den Dolchstoß!

So fährst Du mit auf einem Schiff
mit einer wahnsinnigen als Kapitänin!
Laut johlend singt sie
Lieder von Heimkehr im eisigsten
aller Meere!
Kippt Kartoffeln über Bord und
füttert die Piraten
Wirft sich den Haifischen zum Fraß
und hält ihre Fusssohlen in die Glut der Sternenkarten
gegen die unerträgliche Kälte.

Menschen wenden sich ab
von Deinem Schiff.
Es stinkt nach verfaultem Seetang
und die Farbe blättert .
Es stinkt nach der Vergeblichkeit
all unserer Mühen.

Oh wie ich Dir wünsche
dass Menschen bei Dir seien
immer -stets

die Dir die Krone der Würde
lassen
und Dir eine Ankerkette aus warmen
Händen schmieden

Stolzeste der Herbstblumen!


für eine alte Frau, die gehen wird ... ins Nachtland. Sie hat Alzheimer ... noch ist sie sich selber bewusst darüber ... meine Güte ... wie mich ihre Tränen berühren ...

All-Tags-Märchen

Verfasst: 10. Februar 2009, 13:56
von Panthera
Alltagsmärchen

Hast Dein Herz Du mit Dornen verwoben
So dass nach Befreiung es pocht!
Es ist bei den "Märchen" gut aufgehoben,
wenn es schon lang unterjocht.

Sieh' nur den Prinzen von lieblich Gestalt:
Er rüstet sich, schmückt sich und sein Pferd.
Lenkt es zu Dir - macht nirgends mehr Halt
Sein Entschluss blitzt so klar wie sein Schwert!

Mit scharfer Klinge so schneidet er dann
Ranken von Herzens-Haft fort.
Schreitet stets weiter, der wackere Mann
Und findet Dornröschen am schlafenden Ort.

Wohin Du verbannt durch Gesellschaft, Moral
und Dein Sein in geschmiedeten Ketten.
Ein Leben lang warst Du so "norm"al -
wie die anderen gerne Dich hätten!

Nun erscheint der gegürtete Ritter
Wischt Ketten und Ranken sacht fort
Hält Dornenhand- schreckt nicht zurück vor dem Bitter
Lauscht achtsam den Augen, dem Wort

Erlebst gerne Du Märchen, so höre mir zu:
Es darf Dein eigenes Drehbuch sein!
Dornröschen - jedoch auch der Prinz das bist Du!
Nur Du selbst kannst Dich wirklich befrei'n!!