Liebe Varina, liebe Nirbheeti & all,
von Klees "Ekel"-Thread und meiner Antwort darauf angestossen, will ich hier nun endlich ein kleines Update geben, nachdem ich es schon ein paar Tage mit mir rumgetragen hatte:
Auf deinen Impuls hin, Varina, habe ich im letzten halben Jahr viel den Ankergriff der Lu-FE gehalten zuerst rechts und zuletzt auch links und ja es kommt bei mir v.a. auch im letzten Monat sehr, sehr viel in den Fluss.
Seit Anfang des Monats habe ich nun keine Lohnarbeit mehr und konzentrier mich einerseits auf die Hausrenovierung (z.Zt. werden z.B. alte Zementfliesen mit Hammer und Spachtel freigeklopft) und andererseits ist gerade auch Zeit, Platz und Raum, dass alte Verletzungen heilen dürfen. Und es fühlt sich so stimmig an.
Damals das Bewerbungsgespräch war nix und ich hatte/habe dann auch das Gefühl gehabt, dass es falsch wäre einfach in den nächsten Job zu reinzugehen, sondern dass es für mich gilt, die Chance des Resets weitergehend zu nutzen und mir noch mal darüber klar zu werden, was ich in meiner zweiten Lebenshälfte tun will, meinen Kompass neu und bewusst ein zu norden (auf mein Selbst).
Ende Juni war ich nochmal einen Nachmittag bei meinem alten Arbeitgeber, um Schlüssel etc. abzugeben, eine kurze Übergabe zu machen und für mich auch einen Schlußpunkt dran zu machen.
In der Nacht davor hab kam die alte Urangst nicht geliebt zu werden hoch - und ich habe sie geatmtet den

und dann auch eben den LuFE-Ankergriff gehalten. Es war heftig, und hat ein gutes Weilchen, fast eine Stunde gedauert und irgendwann war die Angst durch. Hinter, Unter der Angst war ein goldens Licht, das meine Brust ausgefüllt hat und die Gewissheit: "Geliebt. Ganz. Heil."
Das ist sooo wohltuend und heilsam, dieses Fundament hinter/unter der Angst (wieder)-gefunden zu haben.
Es sortiert sich einiges.
Löst sich ab, was ich nicht bin (z.B. suche ich eine Spielwiese keine Kampfzone, auch JSJ ist mein Weg, aber nicht meine Spielwiese).
Tabus öffnen sich (ein Paradies, nicht zu kooperieren und nicht konstruktiv sein zu müssen).
Es wächst langsam heran, was ich möchte:
- in meinem Berufsfeld weiterarbeiten mit einem Fokus darauf, wie Systeme und Organisationen gestaltet werden können, dass Menschen möglichst friedfertig zusammenarbeiten. (Das ist noch nicht sauber definiert, will aber auch noch wachsen und hat auch noch Zeit.)
- in diesem oder dem nächten Leben richtig gut schreiben können und Geschichten vom wieder erwachenden Leben und der Liebe erzählen
Bei der letzten Massage meiner KG (die, die mit den Händen hört) hat sich im Bereich der linken 10 etwas sehr tiefes gelöst. Wir haben es beide gemerkt und ich hatte den Satz aus dem Froschkönig als Bild: ("Heinrich, der Wagen bricht.")
Das Gedicht geht so weiter:
"Nein, Herr, der Wagen nicht,
Es ist ein Band von meinem Herzen,
Das da lag in großen Schmerzen,
Als Ihr in dem Brunnen saßt
Und in einen Frosch verzaubert wart."
Da kam erst mal viel von dem Schmerz hoch - und doch anders.
Rein körperlich hatte ich seit fast 15 Jahren eigentlich immer einen Zyklus von 35 (+- 2 Tagen) und plötzlich sind es dieses mal 3 1/2 Wochen.
Hinsichtlich der Arbeitssituation ist auch so etwas wie Gelassenheit gewachsen. Es ist egal, ob es 1000 oder nur 1 Job gibt. Wenn er für mich dran ist, werde ich ihn bekommen.
Ich weiss inzwischen bei/mit welcher Firma ich mich als nächstes einbringen möchte, aber noch nicht wie und möchte es ganz sicher nicht vor Oktober angehen. Mein cooler Freund hat im Mai gemeint, warum sich heute schon auf eine Stelle bewerben, die man erst in einem Jahr will und die dann sicher wieder ausgeschrieben wird. Dieses Vertrauen hat ein bißchen auf mich abgefärbt.
Es ist als ob, gegenüber dem Markt/den Anderen ein in mir eine eigene Instanz am wachsen ist, ganz zärtlich, still und leise. Das ganze will behutsam begleitet, gehegt und gepflegt werden und braucht viel Ruhe und eben Zeit, Platz und Raum.
Die Hausbaustelle geht zwar deutlich langsamer voran als gedacht. Aber was sich gerade in mir (auf-)löst und klärt ist unbezahlbar. Da bin ich sehr dankbar für die große Pause, die mir das Leben gerade schenkt und so hoffe ich und vertraue darauf, dass mir die Kündigung zum wahren Segen in Verkleidung wächst, wie es meine Psychosen letztendlich auch waren. Ein entscheidender Punkt wird sein, wenn ich wieder auf den Markt gehe, um neue Brötchen zu bekommen.
Ich bin sehr dankbar, gerade auch Euch beiden für die letzten beiden Beiträge, deren Saat aufgegangen ist.
Wer ich bin?
2 Antworten, die gerade passen:
Es fließt und ruht zugleich.
Sein und werden.
Ich bin ich.
Du bist Du.
Und gemeinsam kann ein wir entstehen.
Wir sind.
& eine frei nach Mary, die auch noch rein will: Alles Leiden ist das Ergebnis, dass wir uns selbst nicht kennen. (SES 22 - Shb 2)
Euch allen Danke für Eure wichtige Hilfe & Unterstützung auf dem Weg zurück zu mir, der im Gehen entsteht.
AnnSophie