Liebes fishlein,
ja ich kenne das Buch, und fand es auch sehr bemerkenswert und ich habe dadurch auch grosse Quantenspruenge machen duerfen Diese Wahrheit hinter dem Tod ist besser zu verstehen und macht es leichter damit umzugehen... ich werde es bestimmt noch einmal lesen, wenn ich meine anderen durch hab... Es ist einfach nur witzig, wie Gott durch drei verschiedene Personen dargestellt wird, einfach koestlich und man merkt, dass bei einem vieles in Schubladen steckt, die es eigentlich nicht braucht. Dafuer war es sehr hilfreich...
lg Glueckwunsch zu deinem neuen Avatar, sieht ulkig aus...
lg Mona
Herr, gebe mir Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann,
gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern die ich ändern kann und
die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
- Reinhold Niebuhr - www.jsj-praxis-mit-herz.de
bin wieder vom Urlaub zurück, hab aber im letzten Hotel ein Computer für umsonst surfen stehen sehen und konnte mich nicht zurückhalten gabs übrigens öfters, das kostenlose ins-Internet-kommen, aber hatte nicht so viel Zeit dafür...
Außerdem hat mir mein Junior gezeigt, wie ich mit meinem neuen Handy ins Internet komme, wenn ich ein WLAN habe, obercool... TEchnik die begeistert... noch mehr als vorher...
lg Mona
Herr, gebe mir Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann,
gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern die ich ändern kann und
die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
- Reinhold Niebuhr - www.jsj-praxis-mit-herz.de
Zwerge nebeneinander probieren möchte Kindskopf P.
manchmal - wenn der himmel tief luft holt und sonne mond und sterne zu atem kommen - spüre ich meine maske von innen
und empfinde mit jeder faser, dass ich daheim bin
... und ich erst ! Vllt. werdens noch Sieben? LG P.ant.
manchmal - wenn der himmel tief luft holt und sonne mond und sterne zu atem kommen - spüre ich meine maske von innen
und empfinde mit jeder faser, dass ich daheim bin
Die Gesellschaft erscheint in den Gassen in Fez:
Mustafa breitet Stoff vor ihnen aus.
Die Damen begeistert, die Herrn indes
gelangweilt rauchend schau'n zum Basar hinaus.
Opulente Seidenstoffe aus dem Orient
gefärbt in den prächtigsten Farben:
Wie Sonnenaufgang am Firmament;
zehn Meter muss Leyla davon haben.
Schwerer Brokatstoff mit Siber und Gold
gewebt mit echtem - ja echtem ! Metall.
Mit koketten Gesten lächelt Leyla hold;
hält Stoff an, ob sie dem Liebsten gefall?
Auch vom Brokatenen werden zehn Meter bestellt-
Izmir raucht die achte Zigarett.
Leyla taucht in ihrer Farbenkleiderwelt -
die Luft im Basarraum wird langsam fett.
Von aussen da dringen Gerüche herein:
Von Gewürzen, Fischen, Gebratenem gar!
Izmir fällt sein knurrender Magen ein -
Leyla legt Spitzenstoff ans schwarze Haar.
Dann stellt sie die Frage, weswegen sie hier
heute auf Besuch im Basar:
Dabei weist ihre Hand auf die eine Tür,
wo früher ein Nebenraum war:
Geheimnisvoll senkt sie die Stimme leis';
Izmir trinkt Zucker mit Tee:
Ob Mustafa von dem Stoff noch weiß,
dem mit allen Tieren der See?
Bedauernd schüttelt Mustafa das Haupt:
Nein, schöne Frau, den kenne er nicht!
Der Leyla es den Verstand fast raubt,
als feurig weiter sie spricht:
"Ein Stoff gewebt auf dem Webstuhl der Nacht
- von Gold und Silber ganz schwer.
Ein Stoff er strahlte mit Sternenmacht
war unfassbar und fliessend wie Meer!"
Izmir trinkt weiterhin Zucker mit Tee;
Mustafa rauft sich das Haar.
Leyla beschwört ihn mit tiefem Timbre:
"Dort lag er im Herbst noch im letzten Jahr
Ein Stoff gewebt auf dem Webstuhl der Nacht
von Gold und von Silber ganz schwer!
Ein Stoff er strahlte voll Sternenmacht
war unfassbar und fliessend wie Meer!!
Silberne Fische sie schwebten in ihm
Sieh doch, sie blinken, sie blitzen empor!
Ihre schillernden Schuppen erleuchten im Sinn,
was ein jeder von uns verlor."
Leyla sie schwärmt, Mustafa lallt
Izmir nebelt mit Tabak weiter sie ein.
Weit hinten am Horizont verhallt
ein Januartag im Mondenschein.
manchmal - wenn der himmel tief luft holt und sonne mond und sterne zu atem kommen - spüre ich meine maske von innen
und empfinde mit jeder faser, dass ich daheim bin
Als heut' erwachte Guggemoos:
Da war wirklich die Hölle los
- Wörter, die waren abgereist;
Zurück blieb Guggemoos -verwaist!!
Er schaltete den Rundfunk ein:
Irgendwo musste sie doch sein!!!
Unsere Sprache - unsere Wörter ;
Jedoch: Auch 's Radio blieb leer.
Zeitung, die kam blank ins Haus -
Für Guggemoos war es ein Graus!
Schnell kämmte er das schütt're Haar -
Ging auf die Straße - doch da war
Ein wahres Inferno hier am Toben,
Denn über ihm, am Himmel droben,
Da flatterte die Sprache weg
Geschriebene, gesprochene - Edeles und Dreck.
Während Guggemoos um Fassung rang,
Da wurde ihm ums Herz ganz bang:
Denn auch im Kopf, im eig'nen Hirn
Fing es nun an, sich zu verwirr'n.
Aus seinem Mund, da drangen Wörter
Ordentliche Ketten - jedoch sinnenleer
Gesellten sich zu den and'ren am Horizont -
Sprudelten aus ihm heraus und er konnt'
Sie im Süden verschwinden seh'n:
Guggemoos fror es bis in die Zeh'n.
Auch Zeitungen, Bücher, flogen vorbei
Alles Bedruckte - Coleur einerlei.
Claudia Schiffer flog neben Goethe
Und Pornographie neben "Etüde für Flöte".
Gezogen von magischer Geisterhand
Flog so die Sprache übers Land
Mächtige Winde hörte man brausen
Und: Sprache zurück an den Ursprung sausen
manchmal - wenn der himmel tief luft holt und sonne mond und sterne zu atem kommen - spüre ich meine maske von innen
und empfinde mit jeder faser, dass ich daheim bin
Es war über Nacht gekommen: Mitten am Dorfplatz zwischen den alten Hainbuchen lag am Morgen ein Skelett. Es war eindeutig ein menschliches Skelett und die Hunde des Dorfes hatten es als Erste entdeckt. Aufgeregt daran schnuppernd und laut bellend gaben sie Laut von ihrem Fund.
Herr Holm, der Briefträger des kleinen Dorfes, hatte die bellenden Hunde schon gehört, als er zur Post gegangen war um dort sein Fahrrad mit der Posttasche zu beladen. Als er kurz darauf über den Dorfplatz fuhr, sah er das Skelett dort liegen. Nachdem er sich von seinem ersten Schrecken erholt hatte, fuhr er eilends ins Bürgermeisterbüro und erstattete dort Mitteilung von seinem Fund.
Herr Holm war als zuverlässig bekannt und kein Mensch konnte ihm nachsagen, dass er jemals Lügen erzählt hätte, trotzdem ging der Bürgermeister höchstpersönlich mit ihm auf den Dorfplatz, um sich von der Richtigkeit dieser Neuigkeit zu überzeugen.
Tatsächlich: Mitten am Dorfplatz lag es - zwischen den ordentlich zusammengekehrten Laubhaufen des letzten Herbstes: Ein menschliches Skelett.
Der Bürgermeister zog sein Mobiltelefon heraus und meldete dies postwendend in der zuständigen Polizeibehörde der nächsten grösseren Stadt.
Polizeiinspektor Müller wusste nicht mehr ein noch aus, als dieser Anruf hereinkam:
Es war nun schon der Siebzehnte an diesem Tag , der aus einem der umliegenden Dörfer anrief und vom Fund eines menschlichen Skelettes berichtet hatte. Sein Kopf schwirrte, aber das Schreiben der Berichte unterdrückte die Panik, die sich in ihm ausbreitete.
Er funktionierte wie er es in langen Dienstjahren routiniert gelernt hatte und schrieb Bericht über Bericht:
Ein Skelett - gefunden in Gundertshausen - Fundort Dorfplatz unter den Hainbuchen - Fundzeit 5.43.
Ein Skelett - gefunden in Masserdingen - Fundort Scheune von Bauer Habereder - Fundzeit 4.21
Ein Skelett - gefunden in Hammersberg - Fundort Am Alten Torplatz - Fundzeit 7.01
Ein Skelett ....
Skelett um Skelett wurde in den nächsten Morgenstunden gemeldet. Während PI Müller damit beschäftigt war, wechselweise die Fundorte aufzunehmen und telefonisch nach Verstärkung durch zusätzliche Polizeistreifen anzufragen (Seiner eigenen Polizeiinspektion waren außer ihm nur 4 Männer zugeordnet), hatte er das Gefühl, seine Welt kippte aus den Angeln. Den aufkommenden Schwindel und die Panik unterdrückte er mit einigen Schnäpsen und blieb weiterhin in seiner Routine.
Wie in außergewöhnlichen Fällen üblich, wollte er den Vorgesetzten in der Mittleren Kreisbehörde informieren, um seine Hilflosigkeit nach oben zu delegieren. Der Telefonanschluss dort war jedoch ununterbrochen besetzt und so konnte er zu seinen zwei Streifenwagen keine Verstärkung bekommen.
Seine Männer mussten also alles alleine erledigen: alle Dörfer anfahren, die Fundorte absichern und genaue Notizen zu den Fundzeiten, zur Lage der Skelette etc. aufnehmen.
Bis um 15.00 Uhr hatte Herr Müller Meldung aus fast allen Dörfern und Weilern erhalten, die seiner Inspektion zugeordnet waren.
In jeder Ortschaft war ein Skelett gefunden worden.
Zermürbt von der nervlichen Anstrengung, die es ihm gekostet hatte, diesen Irrsinn von sich fernzuhalten und gleichzeitig seine dienstliche Routine aufrechtzuerhalten, ging Müller am Nachmittag nach Hause um sich kurz auszuruhen und um zu sich zu finden.
Seine vier Männer waren weiterhin ununterbrochen von einem Ort in den anderen unterwegs.
Er beschloss, wenn er bis gegen 18.00 Uhr nicht die Mittlere Kreisbehörde erreicht hatte, dort persönlich vorbeizufahren. Das unvermittelte Auftauchen dieser vielen Skelette erforderte Aufklärung und zwar schnell.
Etliche Bauern aus den umliegenden Dörfern waren im Laufe des Tages schon bei der PI 1 vorgefahren, um persönlich zu berichten.
Die Reaktionen der Bauern reichten von heller Aufregung, kurz davor ins Hysterische überzugehen, bis hin zu mehr geerdetem und pfeiferauchendem Abwarten.
Bevor Müller etwas erholt wieder zurück zu seiner Dienststelle ging, die nur wenige hundert Meter von seiner Wohnung entfernt lag, kippte er zum wiederholten Male an diesem Tage einen Cognac, um seine flatternden Nerven zu beruhigen.
Gegen 17.00 Uhr kamen seine vier Kollegen zurück. Erschöpft und totenbleich betraten sie das gemeinsame Büro.
Einer von ihnen ging gleich an den PC und begann die Berichte zu erfassen; die anderen drei schwiegen .
"In allen Dörfern?" fragte Müller nur kurz.
Die Männer nickten betroffen. Einer antwortete mit einem kurzen "Ja".
Nachdem die fünf Polizisten einige Zeit miteinander im Büro geschwiegen hatten, einzig unterbrochen vom Klickgeräusch des Feuerzeugs, das einer der fünf so regelmäßig aufflammen ließ, wie eine Uhr tickt, nach diesem einhelligen Schweigen also räusperte sich Müller, schob seinen Stuhl zurück und sagte:
"Habe die in Großemmendingen heute nicht erreicht - scheint wohl irgendwas mit der Leitung nicht zu stimmen. Werd also mal selber da aufkreuzen dürfen.
Geht nach Hause, Männer! Ihr habt es Euch verdient. Bis Morgen dann!"
Nur das Zittern unter einem seiner Augen verriet, daß er heute den entsetzlichsten Tag seines Lebens verbracht hatte - seines Lebens als Polizist ebenso wie seines Lebens als Mensch überhaupt.
Er setzte sich gerade ans Steuer seines Dienstwagens, als sein Kollege Horst die Beifahrertüre aufriß. Er hatte wahrgenommen, daß sein Chef am Ende seiner Nerven war - wie anders sollte dies auch sein; auch er selber war ein Haufen Ratlosigkeit gemischt mit Nebel - sein Gehirn schien in eine Art Brei zu diffundieren - seine Kniegelenke ebenfalls. "Chef, ich fahr mit", sagte er im jovialen Ton derer, die keinen Zweifel an ihrer Absicht aufkommen lassen und setzte sich, ohne auf eine Antwort zu warten, wie selbstverständlich auf den Beifahrersitz.
Müller wollte kurz noch die Contenance derer wahren, die unter dem Sternzeichen "Lonesome Cowboy" geboren waren, besann sich aber doch eines Besseren --- er hatte Beistand nötig und dies bitterlich, wie ihn sein zuckendes Zwerchfell und die zusammengeballte Faust an der Stelle lehrten, wo einst sein Magen gesessen hatte.
"Alles klar, Thomas", sagte er zu seinem Kollegen und drehte den Zündschlüssel um.
Müller hatte Mühe sich auf das Autofahren zu konzentrieren. Er wußte nicht, ob er die aufkommende Schummrigkeit den vielen Cognac oder seinen Gefühlen zuzuschreiben hatte - es war ja auch egal. Hauptsache sie kamen bald an in Großemmendingen.
Polizeipräsident Turmen war ein Fels in der Brandung - immer gewesen. Müller hatte seine Ausbildung großteils bei ihm absolviert und er vertraute ihm wie einem Vater.
Nur abgeben können, abgeben können diesen Irrsinn, der da abgelaufen war. Fast schien es ihm, er befände sich in einem schlechten Film.
"Das muß ein Verrückter gewesen sein" insistierte Horst in seinen Überlegungen. Müller nahm seinen jungen Kollegen wie durch einen Nebel wahr.
"Ja", antwortete er knapp. Er wußte, der Jüngere erwartete jetzt etwas wie Orientierung, etwas, wozu er bislang immer imstande gewesen war, es zu vermitteln. Er fühlte die Erwartung wie einen kleinen Vogel an sich zupfen und picken - allein, er konnte dem nicht gerecht werden.
Nur weiter durch die hereinbrechende Nacht brummen, durch die Bäume rechts und links. Das sonore Brummen des BMW-Motors übte eine einschläfernde Wirkung auf sein aufgepeitschtes Gemüt aus.
Endlich waren sie durch den Wald hindurch gefahren und die Lichter von Großemmendingen kamen langsam ins Blickfeld. Müller lenkte den Polizei-BMW durch die Straßen der Vorstadt; wie im Schlaf kannte er diese Route aus etlichen Fahrten zu Dienstbesprechungen oder Großeinsätzen bei Demonstrationen und anderen Gelegenheiten, in denen die Polizisten aus allen Orten zusammengezogen wurden.
Langsam bog er durch das Tor des Polizeipräsidiums und stutzte. Es war gegen 18.30 Uhr - normalerweise waren höchstens drei, vier Einsatzwägen hier zu erwarten. Heute waren alle Parkplätze besetzt und darüber hinaus hatten einige die Fahrzeuge der Kollegen einfach zugeparkt; der Parkplatz war hoffnungslos überfüllt.
Müller überlegte in dem Teil seines Gehirns, der ihm noch zugänglich war, ob heute die - einmal monatlich anberaumte - Dienstbesprechung war oder welcher Anlaß sonst dafür zuständig sein konnte, daß der Parkplatz so zugeparkt war.
Während er diesen Gedanken nachhing, eilte er mit seinem Kollegen die Stufen in den ersten Stock empor, wo Turmen sein Büro hatte. Er nahm immer zwei Stufen auf einmal - sich schon gar nicht mehr wundernd über das Stimmengewirr, das ihnen aus dem ersten Stock entgegenschlug.
Oben angekommen stand die Tür des Sitzungssaales offen. Es war klar, daß Turmen nicht in seinem Büro, sondern dort zu finden war.
Der Sitzungssaal war bis auf den letzten Platz gefüllt - einige Polizisten mußten sogar stehen.
Es stellte sich heraus, daß im gesamten Verwaltungsgebiet des Polizeipräsidiums Großemmendingen dasselbe geschehen war : In jedem Ort hatte sich dort heute ein Skelett gefunden. Das war auch die Erklärung für die - vermeintlich tote - Leitung nach Großemmendingen: Den ganzen Tag hatte das Telefon im Polizeipräsidium nicht mehr stillgestanden.
Die Sitzung, die nun folgte dauerte bis in die späten Nachtstunden. Turmen und seine untergeordneten Polizisten überlegten, was zu tun sei. Genaue Maßgaben wurden verteilt, Pläne nach denen zu ermitteln und zu handeln sei.
Während die Polizei in den nächsten Wochen diesen Plänen gerecht wurde, wurden allmählich die Skelette in allen betroffenen Ortschaften beseitigt. Nicht ohne die Skelette vorher genauestens zu durchleuchten und mit den modernsten Methoden zu der die Kriminalpolizei in der Lage war, durchsucht wurden. Zu diesem Zwecke wurden Spezialisten aus der Landeshauptstadt angefordert, die sich in den umliegenden Gasthöfen einmieteten und einen großen LKW mit speziellen Gerätschaften mit sich brachten.
Aus irgendeinem Grund war bei all diesen Erfassungs- und Forschungsarbeiten der kleine Weiler Hubertswill am Rande des Rehforstes vergessen worden.
Lag es vielleicht daran, daß aus Hubertswill keiner Bericht erstattet hatte vom Fund eines Skelettes?
Das ist die wahrscheinlichste Ursache, denn Bericht hätte gegeben werden können.
Auch hier war ein Skelett gefunden worden.
Hubertswill war ein kleiner Ort nur mit drei Bauernhöfen und einer kleinen Andachtskapelle zwischen zwei uralten Bäumen.
Die Blumen, die der Mutter Gottes dargebracht wurden, waren stets frisch und stets waren es bescheidene Blumen, die zu ihren Ehren dort in einer kleinen Vase zurückgelassen wurden - einfache Feldblumen wie Kornblumen und Margeriten, Weizenähren und andere Blumen, die nicht viel aus sich hermachten.
Auch dort war an eben jenem besagtem Tage ein Skelett gefunden worden von spielenden Kindern.
Das Skelett lag auf einer kleinen Wiese in der Nähe der Häuser. Die Kinder kamen dort morgens immer zum Spielen. Sie flochten sich kleine Kränze aus Gänseblümchen oder machten alte Hüpfspiele wie "Hinkel" oder "Himmel und Hölle".
Während dieser Spiele waren sie plötzlich unvermittelt auf das Skelett gestoßen.
Mira, die Fünfjährige war fürchterlich erschrocken und wollte schnell weggehen und ihrer Mutter Bescheid sagen. Aber Mori, der kleine Dreijährige weinte fürchterlich und wollte bei dem Skelett bleiben.
Mira wollte ihn überreden zurückzugehen - allein sie hatte keinen Einfluß auf Mori; er beharrte bei diesem Skelett bleiben zu wollen und als Mira ihn wegzerren wollte, reagierte er mit so heftigen Fußtritten, wie nur Dreijährige aufbringen können, die sich etwas ganz fest in den Kopf gesetzt haben.
"Na gut, dann bleibst Du eben alleine hier; ich gehe die Mama holen", sagte Mira zu ihrem kleinen Bruder.
Sie ging ins Haus zu ihrer Mutter derweilen der Dreijährige alleine bei dem Fund blieb.
Als die Mutter fünf Minuten später mit Mira zurückkam, fanden sie Mori spielend und singend inmitten der Knochen. Er hatte einige Steine aufs Gesicht des Knöchernen gelegt und es mit wilden Hagebutten und Eicheln verziert.
Auch von dem Laub das überall herumlag hatte er einiges zusammengescharrt und dem Knöchernen damit zugedeckt.
Die Mutter näherte sich leise dem Dreijährigen. Sie war eine ruhige tiefgläubige Frau, die so schnell nichts aus der Ruhe bringen konnte und sie liebte ihre Kinder über alles.
Der kleine Mori war ein wilder ungebändigter Junge ; seine Natur war freiheitsliebend und von einer solchen Sanftheit daß die Frau manchmal weinen mußte vor Liebe zu ihrem Sohn.
Sie betrachtete ihn aus der Ferne, nahm dann die Fünfjährige an der Hand und ging ins Haus zurück mit ihr.
Abends besprach sie mit ihrem Mann und dem ganz alten Großvater, was zu tun sei.
Sie kamen überein, daß sie das Skelett, das auf so wundersame Weise zu ihnen gekommen war, dort schlafen lassen wollten, wo es sich niedergelegt hatte.
Anderndtags gingen sie mit dem kleinen Mori zurück zu den Knochen. Mori war ganz aufgeregt und erzählte stets von dem Mann, der dort schläft.
Er freute sich auf den Knochenmann und darauf ihn wieder liebevoll zu schmücken mit allem, was das Leben dem kleinen Weiler und den Bewohnern dort geschenkt hatte.
Der Vater hatte eine Schaufel dabei und die Mutter Blumen. Auch der alte Großvater und Mira kamen mit und sie gruben direkt neben dem Ort, den der Knöcherne sich erwählt hatte, ein Bett für ihn.
Gemeinsam betteten sie ihn hinein und schenkten ihm noch viele von den Hagebuttenjuwelen und Eichelbrillianten. Herbstlaubdiademe zierten die Stirne des Ewig Wiederkehrenden und Blütenblätter von allen Farben umhüllten ihn duftend.
"Mann schläft", sagte der kleine Mori immer wieder und als die Mutter gemeinsam mit dem alten Großvater Erde in das Bett des Ruhenden schaufelte, freute er sich, daß der Mann nun endlich eine richtig warme Decke bekommen durfte.
Schließlich war Winter, wie ihm sein Vater erklärt hatte - der Mann wollte es warm haben.
Spätabends entzündete die Mutter eine Kerze zu Füßen der Mutter Gottes in der kleinen alten Kapelle und betete für das unbekannte Wesen, das sich hier bei ihnen gefunden hatte.
Den ganzen Winter schlief der Mann draußen unter seiner warmen Decke; aufgeregt schaute Mori jeden Morgen nach ihm und brachte ihm seine Gaben.
Im Frühjahr wuch auf dem Bett des Knöchernen ein kleiner Baum ; erst im zweiten oder dritten Jahr sah man, daß dies ein Kirschbaum war und es war wundersam, als im Mai, Juni die weißen Blüten auf den Knöchernen herabregneten und ihn auf seine bleichen Knochen küßten.
Mori und seine Schwester Mira wuchsen heran - und immer solange sie lebten, gedachten sie im Frühjahr des Knöchernen, wenn ihn eine neue Decke aus Blütenblättern hüllte.
Später im Jahreslauf schenkte ihnen der geheimnisvolle Besucher aus der Anderswelt dafür die wundervollsten Früchte - saftige prallrote Kirschen folgten der weißen Blütenpracht jeden Sommer aufs Neue.
manchmal - wenn der himmel tief luft holt und sonne mond und sterne zu atem kommen - spüre ich meine maske von innen
und empfinde mit jeder faser, dass ich daheim bin